FAZ plus ArtikelUnwetterschäden im Sahrbachtal

„Meine größte Sorge ist, dass wir vergessen werden“

Von Julian Staib, Kirchsahr
22.07.2021
, 10:50
In der ehemaligen Gaststätte „Eifelstube“ in der Sahrstraße räumen Helfer zerstörte Dinge aus dem Haus.
Auch die Seitentäler der Ahr wurden vom Hochwasser verwüstet. Nun sorgen sich Menschen dort, dass von den vielen Hilfsgeldern bei ihnen kaum etwas ankommt.
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Dort, wo der Sahrbach eine sanfte Kurve macht, steht ein Haus, bei dem Wände und ein paar Böden fehlen. Möbel und Kabel ragen heraus. In einem Zimmer hängt noch der Fernseher an der Wand, alles andere ist fort. Die Flut hat es weggerissen so wie die Böden und Wände; vor das Haus grub sie eine tiefe Schneise in den Boden. Etwas weiter abwärts hängen Autos im Gebüsch.

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Eigentlich ist der Sahrbach ein kleines Bächlein. Zu normalen Zeiten vielleicht 30 bis 40 Zentimeter tief und maximal anderthalb Meter breit, im Sommer oft gar nicht mehr vorhanden. Vergangene Woche aber schwoll der Bach in kurzer Zeit bis zu einem Pegelstand von fünf bis sechs Metern an. Am verheerendsten waren nach Beschreibung der Anwohner die Wellen, die sich bildeten, wenn das Wasser sich aufgestaut hatte – und dieser natürliche Damm dann riss. Im Ort ist immer wieder von einer Flutwelle, gar von einem „Tsunami“ die Rede.

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Autorenporträt / Staib, Julian
Julian Staib
Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
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