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Spahn beim CDU-Parteitag

„Unsere Partei muss wieder einmal laufen lernen“

 - 15:25
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag in Leipzig

In seiner Rede auf dem CDU-Bundesparteitag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine starke Führung der Partei angemahnt. „Mit Führung, mit Mut, mit Zusammenhalt“ könne die CDU wieder mehr als 40 Prozent der Wählerstimmen bekommen, sagte der 39 Jahre alte Politiker am Freitag in Leipzig. Er würdigte die Leistung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die voriges Jahr den Parteivorsitz niedergelegt hatte. Nun aber sei „die Zeit für einen Aufbruch da“. Spahn fügte hinzu: „Unsere Partei muss wieder einmal laufen lernen.“

Damit zitierte Spahn die Kanzlerin selbst. Sie hatte sich als CDU-Generalsekretärin vor zwanzig Jahren in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. so geäußert: „Die Partei muss also laufen lernen, muss sich zutrauen, in Zukunft ohne ihr altes Schlachtross, wie Helmut Kohl sich oft selbst gerne genannt hat, den Kampf mit dem politischen Gegner aufzunehmen.“ Kurz zuvor war die Spendenaffäre öffentlich geworden, die die CDU, damals unter der Führung des Parteivorsitzenden und Kanzlers Helmut Kohl, in eine tiefe Krise stürzte. Für ihre bis dahin in dieser Form nicht so deutlich öffentlich geäußerte Kritik an Kohl wurde Merkel damals heftig angegriffen und als „Nestbeschmutzerin“ bezeichnet.

Spahn, der sich im vergangenen Jahr neben Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz um den Vorsitz der CDU beworben hatte, rief die Delegierten in seiner Rede auch zu mehr Geschlossenheit auf. „Ohne Zusammenhalt verzwergen wird“, sagte er.

Der Bundesgesundheitsminister bedankte sich bei Kramp-Karrenbauer und dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder dafür, dass sie die beiden Schwesterparteien nach dem öffentlich ausgetragenen Streit um die Migrationspolitik wieder zusammengeführt hätten. Er würdigte aber auch die parteiinternen Diskussionen, die von der Jungen Union (JU) und ihrem Vorsitzenden Tilman Kuban angetrieben würden. Die JU hatte bei ihrem Deutschlandtreffen im Oktober eine Urwahl des CDU-Kanzlerkandidaten gefordert und damit indirekt den Führungsanspruch Kramp-Karrenbauers infrage gestellt.

Quelle: alri.
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