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Chemnitz

Jüdisches Restaurant „Schalom“ angegriffen

 - 22:31
Uwe Dziuballa, Wirt des koscheren Restaurants Schalom in Chemnitz, wurde bei einem Angriff verletzt

Während der fremdenfeindlichen Ausschreitungen nach dem tödlichen Messerangriff von Chemnitz gab es offenbar auch einen Übergriff auf jüdisches Restaurant.

Am Abend des 27. August sei das „Schalom“ von etwa einem Dutzend in schwarz gekleideten Neonazis angegriffen worden, berichtete die Freie Presse Chemnitz. An jenem Abend hatte das „Schalom“ einen Vortrag über die Arisierung jüdischer Unternehmen organisiert. Gegen 21.45 Uhr, als das Restaurant schon fast leer war, hatte der Besitzer Uwe Dziuballa draußen Geräusche gehört und war vor die Tür getreten. Dort sah er sich etwa einem Dutzend schwarz vermummten Gestalten mit Steinen und Eisenstange gegenüber, die gerufen hätten, "Judenschwein, verschwinde aus Deutschland". Dziuballa wurde durch einen Steinwurf an der Schulter verletzt.

Dziuballe zur Neuen Presse: „Eine Sekunde später war die Polizei da. Sie war schnell, kompetent und sachlich“ Seitdem fahre häufiger ein Polizeiauto am „Schalom“ vorbei. Doch Dziuballa sagt auch: „Es ist traurig, dass das notwendig ist. Aber es ist nicht repräsentativ für Chemnitz, es ist nicht Alltag.“

Das Landeskriminalamt habe eine entsprechende Anzeige des Wirts bestätigt. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, dass in dem Fall „derzeit eine politisch motivierte Tat mit einem antisemitischen Hintergrund naheliege“. Die Ermittlungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Dziuballa sagte der „Welt am Sonntag“, dass die Polizei nur wenige Minuten nach dem Angriff vor Ort gewesen seien. Allerdings habe die Polizei auch erst Tage nach der Tat die Angriffsgegenstände sichergestellt und die Schäden aufgenommen. Bis dahin waren Polizei und Innenministerium nach Informationen der „Welt am Sonntag“ nur von „versuchter Sachbeschädigung“ ausgegangen. Dziuballas Restaurant sei in den vergangenen Jahren mehrfach antisemtisch angegriffen worden.

Der Beauftragte gegen Antisemitismus der Bundesregierung, Felix Klein, zeigte sich alarmiert. „Sollten die Berichte zutreffen, haben wir es mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant in Chemnitz mit einer neuen Qualität antisemitischer Straftaten zu tun. Hier werden die schlimmsten Erinnerungen an die dreißiger Jahre wachgerufen“, sagte er. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat dem Bericht zufolge mit dem Betreiber, einem alteingesessenen Chemnitzer, telefoniert.

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Quelle: mg. / dpa
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