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FAZ plus ArtikelKindesmissbrauch in der Kirche

Der Irrweg eines alten Papstes

EIN KOMMENTAR Von Volker Zastrow
 - 06:47

Die neue Schrift des alten Papstes zum sexuellen Missbrauch ist nicht eben arm an Kollateralhumor. Man muss ihn allerdings selbst mitbringen. Die vielleicht putzigste Stelle: wo Josef Ratzinger den Krebstod des Schweizer Moraltheologen Franz Böckle am 8. Juli 1991 dem „gütigen Gott“ zuschreibt. Der habe Böckle durch diese (vielleicht doch ein wenig robuste?) Maßnahme die Ausführung eines Entschlusses „erspart“, den Ratzinger falsch fand. Böckle wollte öffentlich vertreten, dass es keine Handlungen gebe, die unter allen Umständen schlecht seien. Ratzinger dagegen befindet jetzt, ein Leben, das durch die Leugnung Gottes erkauft wäre, „ein Leben, das auf einer letzten Lüge beruht, ist ein Unleben“.

Verstörend lustig ist auch, wie Ratzinger beschreibt, was nach 68 geschah, als in den Schulen „Auswüchse im Bereich der Kleidung“ Aggression hervorriefen. Ich erinnere mich noch gut an die Auswüchse im Bereich durchsichtiger Blusen. Aber an die Aggression eigentlich nicht so. Nun gut.

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Quelle: F.A.S.
Volker Zastrow
Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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