FAZ plus ArtikelDebakel in Thüringen

Der Geruch von verbrannter Erde

EIN KOMMENTAR Von Berthold Kohler
Aktualisiert am 07.02.2020
 - 06:44
Ein Desaster für FDP und CDU: Auch in München haben sich Demonstranten vor der örtlichen FDP-Geschäftsstelle versammelt.
Die CDU darf sich nicht mit einer rechtsradikalen Partei einlassen. Auch die FDP hätte die Folgen vorher bedenken müssen. Höckes Coup in Erfurt wurde für beide Parteien zum Desaster.

Der Erfurter Republik, die als Schreckgespenst durchs Land geisterte, war kein langes Leben beschieden. Der Auflösungsantrag ist schon gestellt. In dem Moment, in dem die AfD unter Mithilfe der Thüringer CDU den FDP-Ministerpräsidenten Kemmerich schuf, verbrannte sie ihn auch. Höckes Handschlag mit Kemmerich war ein Brandbeschleuniger, den es nicht mehr gebraucht hätte. Doch spätestens danach erinnerte sich nicht nur der abgewählte Ramelow der einschlägigen Fotos von Hitler und Hindenburg.

Nun ist selbst Höcke noch kein zweiter Hitler. Aber Thüringens AfD ist auch keine Selbsthilfegruppe ehemaliger CDU-Wähler, die eigentlich nichts lieber täten, als in den Schoß der Mutter Kirche zurückzukehren. Solche Leute gibt es in den Reihen der AfD zwar auch. Doch Führung und Kern der Partei sind rechtsradikal. Solange das so bleibt, darf die CDU sich nicht mit der AfD einlassen, nirgends. Und sie sollte auch nicht das Dummerchen spielen, das doch nur habe verhindern wollen, dass eine linke Regierung an der Macht bleibe.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

: 65% günstiger

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kohler, Berthold
Berthold Kohler
Herausgeber.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot