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Koalitionskrise

Ist Merz ein neuer Guttenberg?

EIN KOMMENTAR Von Reinhard Müller
Aktualisiert am 08.11.2019
 - 18:26
Friedrich Merz füllt zumindest rhetorisch eine größer werdende Lücke.
Guttenberg verkörpert zumindest eine Sehnsucht. Und dann? Die überkommenen Volksparteien dürfen jedenfalls nicht wie Kopien erscheinen.

Ist Friedrich Merz der neue Guttenberg? Jedenfalls ist er eine Projektionsfläche für viele Sehnsüchte in konservativen und wirtschaftsnahen Kreisen der Partei. In Frankfurt zählte gerade die CDU in kurzer Zeit 1200 Anmeldungen für einen Auftritt des „Hoffnungsträgers“, dem es offiziell nur um die Sache, nicht um Parteivorsitz und Kanzleramt geht. Doch konnte es niemanden überraschen, dass er jetzt in Passau sagte, er fühle sich ermutigt. Man darf auf seine „programmatische Rede“ auf dem Parteitag gespannt sein. Andererseits: Er hatte schon seine Chancen – und scheiterte. Doch auch wenn man ihn für überschätzt hält: Merz verkörpert einen Wechselwillen in der Partei; er füllt zumindest rhetorisch eine größer werdende Lücke.

Doch was heißt das für die große Koalition? Wird dieses schon durch einige Stürme gegangene Zweckbündnis wirklich an der Ausgestaltung der gemeinsam verabredeten Grundrente scheitern? Und soll dann einstweilen eine unionsgeführte Minderheitsregierung übernehmen?

Auch das ist nicht gerade alternativlos. Hält die Koalition nicht, wird es Neuwahlen geben. Die Union wird versuchen, bei aller grünen Liebe, an teils vergessene Werte anzuknüpfen; die SPD wird sich als soziale Alternative präsentieren. Spannend, aber ohne Erfolgsgarantie. Schließlich haben die anderen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben möchte, ihre Position als Sammelbecken der Enttäuschten, und Radikalen gefestigt. Da dürfen die überkommenen Volksparteien nicht als Kopien erscheinen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Müller, Reinhard
Reinhard Müller
Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.
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