FAZ plus ArtikelLNG-Terminal in Brunsbüttel

Das Ende der Bräsigkeit

Von Christian Geinitz, Susanne Preuß und Matthias Wyssuwa
08.05.2022
, 09:06
Sieht Unheil kommen: Der Umweltschützer Norbert Pralow vor dem Hafen in Brunsbüttel, wo das LNG-Terminal gebaut werden soll.
Fünf Jahre lang stand der Plan für ein LNG-Terminal in Schleswig-Holstein im Koalitionsvertrag der Jamaika-Regierung – und es passierte nichts. Jetzt soll alles so schnell gehen, dass manche nicht mehr mitkommen.
ANZEIGE

Norbert Pralow steht auf dem Deich, und kann sich das Unheil schon vorstellen. Vor dem Deich liegt die Elbe, braun und breit, dahinter eine noch freie Wiese. Pralow will zeigen, warum er ablehnt, was nach vielen Jahren des Hin und Her plötzlich ganz schnell gehen soll: den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Auf der Wiese sollen bald Gasspeicher stehen. Vom Deich aus könnte man dann die Geschichte der deutschen Energieversorgung wie in einem Schaubild für Schulbücher arrangiert sehen: links neben der Wiese laden Lastwagen Steinkohle von einem dunklen Berg auf, rechts liegt der tiefbraune Block des abgeschalteten Atomkraftwerks Brunsbüttel, drumherum stehen Windräder, und mittendrin also in Zukunft: ein Terminal für Flüssiggas.

Pralow, Schiffbauingenieur in Rente, ist vom „Klimabündnis gegen LNG“ und sieht da zum einen das drohende Unheil an genau diesem Standort: Ein sogenannter Störfallbetrieb, so nah neben dem alten Atomkraftwerk, einer Sondermüllverbrennungsanlage, einer Düngemittelfabrik. Das Gefährdungspotential hier hinter dem Deich sei ja schon hoch. Man müsse das doch nicht noch weiter erhöhen: „Wir wissen nicht, was alles passieren kann.“ Bei einem terroristischen Angriff, oder wenn ein Flugzeug abstürze?

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Geinitz, Christian
Christian Geinitz
Wirtschaftskorrespondent in Berlin
Autorenporträt / Preuss, Susanne
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.
Twitter
Matthias Wyssuwa - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Matthias Wyssuwa
Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.
Twitter
  Zur Startseite
Lesermeinungen
Alle Leser-Kommentare
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Automarkt
Top-Gebrauchtwagen mit Garantie
Gasvergleich
Gas vergleichen und sparen
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Compliance Management
ANZEIGE