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Ausschreitungen in Leipzig

Linke Demonstranten bewerfen Polizisten mit Flaschen und Pyrotechnik

Von Stefan Locke, Dresden
Aktualisiert am 04.09.2020
 - 15:29
Teilnehmer einer linken Demonstration haben in Leipzig Pyrotechnik gezündet. Bild: dpa
In Leipzig ist nach der Räumung eines besetzten Hauses ein Protest eskaliert. Für das Wochenende haben Gruppen im linksalternativen Stadtteil Connewitz zur „Befreiung von Kapitalismus und Kapital“ aufgerufen.

Nach der Räumung eines seit Mitte August besetzten Hauses ist es am Donnerstagabend in Leipzig zu Ausschreitungen während einer Protestdemonstration gekommen. Der Polizei zufolge versammelten sich im Stadtteil Neustadt-Neuschönfeld am späten Abend zunächst etwa 350 Personen zu einer nicht angezeigten Demonstration. Zuvor hatte eine Gruppe namens „Leipzig besetzen“ über das Internet dazu aufgerufen.

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Aus der laut Ordnungsamt später auf 500 Menschen angewachsenen Menge heraus seien die Beamten dann mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen und darüber hinaus auch Einsatzfahrzeuge beschädigt worden. Anschließend hätten sich die Demonstranten verteilt, Barrikaden errichtet, Müllcontainer angezündet, immer wieder Polizisten angegriffen und einen Einsatzhubschrauber mit einem Laser geblendet. Mit Verstärkung gelang es den Beamten schließlich, die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

22 Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Landfriedensbruchs, versuchter Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr ermittelt. Noch in der gleichen Nacht soll es zudem Versuche gegeben haben, dass geräumte Haus abermals zu besetzen.

Die Behörden rechnen für die kommenden Tage mit weiteren Unruhen in der Messestadt. Für das Wochenende haben mehrere Gruppen im linksalternativen Stadtteil Connewitz unter anderem zum Kampf gegen Gentrifizierung und zur Befreiung von Kapitalismus und Kapital aufgerufen. Das geräumte Haus steht seit Jahrzehnten leer; die Besetzer hatten ein Nutzungskonzept vorgelegt und waren mit dem Eigentümer im Gespräch. Als dieser sein Gesprächsangebot zurückzog, sei die Lage eskaliert.

Quelle: FAZ.NET
Stefan Locke
Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
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