Beim Parteitag in Erfurt

Linken-Vorsitzende Wissler will abermals kandidieren

21.05.2022
, 15:14
Janine Wissler am Samstag in Hannover
Ende Juni will die Linke ihre Führungsmannschaft neu aufstellen. Die bisherige Vorsitzende Janine Wissler hat „noch einiges vor“, sagt sie. Die Partei habe trotz derzeitiger Querelen das Potential, gewählt zu werden.
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Janine Wissler will Vorsitzende der Linkspartei bleiben. Sie wolle mit einer abermaligen Kandidatur auf dem Parteitag Ende Juni einen Beitrag zur Erneuerung der Linken leisten, sagte Wissler am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Tagesschau“ über den geplanten Wiederantritt der Linken-Chefin berichtet.

„Ich bin sehr gerne Parteivorsitzende und habe noch einiges vor“, sagte Wissler weiter der dpa. Es gebe „sowohl das Potential als auch den Bedarf nach einer linken Partei“, betonte sie. „Wir haben es selbst in der Hand und ich möchte mit der erneuten Kandidatur meinen Beitrag leisten.“ Ende Juni soll auf einem Bundesparteitag in Erfurt die komplette Parteispitze neu gewählt werden.

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Die Entscheidung hatte insbesondere nach den schweren Wahlschlappen der Linken im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in Frage gestanden. Auch der Rücktritt von Wisslers Ko-Parteivorsitzender Susanne Hennig-Wellsow vor einigen Wochen und die parteiinternen Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen hatten die Linke zuletzt in eine tiefe Krise gestürzt.

Nach dem Rücktritt von Hennig-Wellsow hatte Wissler zunächst erklärt, ihre Partei künftig alleine weiterführen zu wollen. Offen blieb aber, ob sie auch abermals für den Vorsitz kandidieren würde.

Wissler hatte zuvor bei einem Auftritt auf dem Landesparteitag der Linken in Hannover an diesem Samstag ihre Kandidatur zunächst nicht erwähnt. Sie gab sich aber optimistisch ob der Zukunftsaussichten ihrer Partei. „Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos. Wir haben es selber in der Hand“, sagte Wissler am Samstag bei einem Landesparteitag der Linken in Hannover. Wissler sagte, es gebe das Potenzial für Mehrheiten für eine linke Politik. Die Linke hänge nicht fest im Loch von fünf Prozent oder darunter. Dafür müsse sie ihr Thema soziale Gerechtigkeit betonen.

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Offen bleibt weiterhin, ob auch der Ostbeauftragte der Linksfraktion, Sören Pellmann, Ende Juni für den Bundesvorsitz kandidieren wird. Wie Wissler hatte auch Pellmann angekündigt, dazu in den kommenden Tagen eine Entscheidung verkünden zu wollen. Aus der Parteizentrale war am Samstag zu hören, dass eine Kandidatur Pellmanns noch nicht bekannt sei.

Quelle: dpa
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