FAZ plus ArtikelLübcke-Prozess

Das große Zerwürfnis der Anwälte

Von Marlene Grunert, Frankfurt
Aktualisiert am 27.07.2020
 - 18:52
Der Hauptangeklagte im Mordfall Lübcke, Stephan E. (Mitte), spricht im Oberlandesgericht mit seinen Anwälten Mustafa Kaplan (links) und Frank Hannig.
Das Anwälteteam im Lübcke-Prozess überwirft sich. Was bedeutet der Streit für die künftige Verteidigung des Angeklagten Stephan E.?

Der Vorsitzende des Staatsschutzssenats ist „sprachlos“. So sagt er es zumindest. Dann haut Thomas Sagebiel mit der Hand auf den Tisch. Schon handwerklich seien die Anträge „gequirlter Unsinn“, keiner von ihnen habe Aussicht auf Erfolg. Ob er eigentlich wisse, dass er dem Angeklagten schade, will er von dessen Verteidiger wissen.

Nicht einmal eine halbe Stunde des Prozesstags ist am Oberlandesgericht Frankfurt vergangen, als sich Thomas Sagebiel mit deutlichen Worten an Frank Hannig wendet. Es ist der sechste Verhandlungstag zum Mord an Walter Lübcke. Der Kasseler Regierungspräsident wurde in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse in Wolfhagen-Istha erschossen, mutmaßlich von Stephan E., dem die Bundesanwaltschaft Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vorwirft. Laut Anklage handelte er aus „rechtsextremem Hass“, wollte Lübcke für dessen Flüchtlingspolitik bestrafen. Markus H., der ebenfalls vor Gericht steht, soll zu dem Mord Beihilfe geleistet haben.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Grunert, Marlene
Marlene Grunert
Redakteurin in der Politik.
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