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Ministerpräsidentin

Schwesig tritt wegen Krebserkrankung von SPD-Vorsitz zurück

Von Matthias Wyssuwa, Hamburg
10.09.2019
, 13:24
Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will sie jedoch bleiben. Die Kanzlerin reagiert mit Betroffenheit.
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Die kommissarische SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig legt ihr Amt an der SPD-Spitze nieder, weil bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden ist. Das hat sie am Dienstag zu Beginn der Kabinettssitzung in Schwerin gesagt. Sie will aber Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der Landespartei bleiben. „Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig“, äußerte Schwesig laut einer Mitteilung der Staatskanzlei.

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„Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann. Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten.“ Auf einer Pressekonferenz am Mittag äußerte Schwesig, sie habe die Diagnose „vor einiger Zeit“ erhalten. Am Montag habe sie schließlich mit ihren Ärzten den Ablauf der Behandlung festgelegt.

Die beiden verbleibenden kommissarischen Vorsitzenden Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel äußerten sich ebenfalls am Mittag in einer Pressekonferenz zu Schwesigs Erkrankung. „Es ist eine große Herausforderung, mit einer solchen Diagnose umzugehen“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Aber sie ist eine starke Frau. Sie darf zuversichtlich sein, dass sie diese schweren Monate auch schaffen wird.“ Schäfer-Gümbel und Dreyer erklärten, sie würden den kommissarischen Vorsitz nun ohne Schwesig weiterführen, bis die neuen Vorsitzenden gewählt worden seien.

Schäfer-Gümbel sagte, er werde bei seinem Plan bleiben, zum 1. Oktober alle politischen Ämter niederzulegen und zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit zu wechseln. Dreyer wird in den verbleibenden acht Wochen die SPD alleine führen. „Wir haben den Grundstein in den letzten Wochen gelegt, dass das auch funktioniert“, sagte Schäfer-Gümbel.

Schwesig war seit 2009 bereits stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, und führt die Partei kommissarisch seit dem Rücktritt von Andrea Nahles im Juni. Sie hatte bereits früh angegeben, nicht als Kandidatin für den Parteivorsitz zu Verfügung zu stehen – und unter anderem auf die Arbeitsbelastung als Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern verwiesen.

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Ministerpräsidentin und Landesvorsitzende war sie erst im Sommer 2017 geworden, ihr Vorgänger Erwin Sellering musste wegen einer Krebserkrankung von allen Ämtern zurücktreten. Die Behandlung verlief bei ihm offensichtlich gut, er ist als einfacher Landtagsabgeordneter wieder in der Landespolitik aktiv. Schwesigs Rückhalt in der Landespartei ist stark, sie wurde im März mit knapp 95 Prozent der Stimmen wieder zur Landesvorsitzenden gewählt.

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„Große Hochachtung“ vor Schwesig

Nach ihrer Ankündigung äußerte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Schweriner Schloss, Thomas Krüger, er habe „große Hochachtung“ für den Umgang der Ministerpräsidentin mit der schlimmen Nachricht. „Sie stellt die Anforderungen des Landes über ihre persönlichen Belange und hat angekündigt, das Amt der Ministerpräsidentin weiterzuführen. Dass sie dennoch an irgendeiner Stelle kürzer treten muss und in der Bundespartei Aufgaben abgibt, ist selbstverständlich. Meine Fraktion und ich stehen hinter Manuela Schwesig und werden Sie tatkräftig unterstützen“.

Schwesig äußerte am Dienstag: „Nach intensiven Gesprächen mit meinen behandelnden Ärzten bin ich sehr zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. Deshalb habe ich mich entschieden, das Amt der Ministerpräsidentin und auch den Parteivorsitz hier im Land weiter auszuüben.“ Sie fügte an: „Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen.“

Bei ihrer kurzen Pressekonferenz äußerte Schwesig, viele Frauen würden jedes Jahr an Brustkrebs erkranken und viele Frau würden beweisen, dass man diesen besiegen könne. Sie habe schon viele Kämpfe geführt in ihrem Leben, und werde auch diesen führen. Die medizinische Behandlung werde „überwiegend ambulant“ geschehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht von Schwesig reagiert. „Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit", erklärte Merkel am Dienstag über ihren Sprecher Steffen Seibert.

Quelle: FAZ.NET/AFP
Matthias Wyssuwa
Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.
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