FAZ plus ArtikelInterview mit Ulrich Wilhelm

„Merkel ist analytischer, Stoiber ist impulsiver“

Von Berthold Kohler
05.05.2021
, 11:45
Bundeskanzlerin Merkel auf dem Neujahrsempfang des Bundespräsidenten im Jahr 2006. Rechts Ulrich Wilhelm. Hinter ihm Wirtschaftsminister Michael Glos.
Ein Gespräch mit dem früheren BR-Intendanten Ulrich Wilhelm über Kommunikation in der Pandemie, die digitalen Defizite Europas und seine Jahre als Regierungssprecher in Berlin und München.
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Herr Wilhelm, Sie waren viele Jahre lang Sprecher und Berater des bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber. Sie waren Sprecher und Berater der Bundeskanzlerin Merkel. Danach haben Sie das politische Geschehen zehn Jahre lang als Intendant des Bayerischen Rundfunks verfolgt. Wie beurteilen Sie die Informationspolitik der Regierenden in der Pandemie? Sind wir Zeugen eines Kommunikationsversagens?

Die heutigen Kommunikationsräume mit ihrer Fragmentierung der Öffentlichkeiten verlangen von allen Verantwortlichen mehr als früher. Die Mechanik sozialer Medien produziert leicht Missverständnisse und Überzeichnungen. In einem derart dynamischen Umfeld muss man klar und eindeutig kommunizieren. Diese Klarheit fehlte leider häufig. Zur Corona-Pandemie hat die Medizin laufend neue Erkenntnisse gewonnen, die zu neuen Einschätzungen führten. So muss Wissenschaft arbeiten. Für die Politik ist es schwer, klar zu kommunizieren bei solchen variablen Situationen.

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Autorenporträt / Kohler, Berthold
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