FAZ plus ArtikelMinisterpräsident Kretschmer

Impfpflicht? „Reden wir mal Ende des Sommers darüber“

Von Justus Bender und Stefan Locke
27.02.2021
, 14:00
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht im Interview über Impfskeptiker, Astra-Zeneca-Impfstoff für alle, unsinnigen Datenschutz und die Rückgabe von Bürgerrechten.

Herr Ministerpräsident, die einen wollen sich nicht mit Astra-Zeneca impfen lassen, die anderen überhaupt nicht. Was kann man da machen?

Im vergangenen Sommer haben die Skeptiker noch gesagt: Um Gottes Willen, dieser mRNA-Impfstoff von Biontech, das ist was ganz Furchtbares! Heute ist dieser Impfstoff in der Wahrnehmung der Bevölkerung der Goldstandard, und bei einem klassischen Impfstoff wie dem von Astra-Zeneca gibt es Skepsis. So schnell kann sich das Blatt wenden. Es wird sich aber schnell herumsprechen, dass der Impfstoff von Astra-Zeneca eine große Wirkung hat. Dass er genauso gut schützt wie der von Biontech. Darüber hinaus sollte die Priorisierung für Astra-Zeneca zügig aufgehoben werden. Die Priorisierung ist ein Mittel der Mangelverwaltung. Jetzt sehen wir, dass mehr davon vorhanden ist, als kurzfristig verimpft werden kann. Mit der Öffnung ließen sich schnell Fortschritte erzielen. Perspektivisch könnten auch die Hausärzte eine wichtige Rolle spielen. Sie können im Arzt-Patienten-Gespräch aufklären und Vertrauen in den Impfstoff schaffen.

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Quelle: F.A.S.
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Justus Bender
Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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Stefan Locke
Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
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