Familienministerin Lisa Paus

„Viele junge Menschen durchleben heute große Sorgen und Zukunftsängste“

Von Heike Schmoll, Berlin
13.05.2022
, 21:57
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) im April
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Die Konferenz der Jugend- und Familienminister fordert mehr Unterstützung für Kinder und Jugendliche. Durch den Ukrainekrieg, die Pandemie und die Klimakrise seien viele verunsichert.
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Die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) hat sich dafür eingesetzt, das Gute-Kita-Gesetz fortzuschreiben und die Mittel des Bundes zumindest zu verstetigen. Bisher ist die Laufzeit auf das Jahr 2022 begrenzt. Mit dem 2019 in Kraft getretenen Gesetz bekommen die Länder Fördergelder für mehr Stellen in Kitas, bessere Bezahlung des Personals und längere Öffnungszeiten.

Außerdem plädierten die Landesminister dafür, dass Bundesprogramme zur Aufnahme und Integration ukrainischer Kinder und deren Familien ausgebaut werden. „Viele junge Menschen durchleben heute große Sorgen und Zukunftsängste“, deshalb müsse die Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Unterstützungsangeboten ausgebaut werden, sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne). Die Bundesregierung werde sich weiter an der Finanzierung beteiligen und dabei möglichst unbürokratisch vorgehen, versicherte die Ministerin.

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Die Vorsitzende der Familienministerkonferenz, die Berliner Jugend- und Familiensenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD), verwies auf die allgemeine Verunsicherung durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Pandemie und die Klimakrise, die auch Kindern Sorgen mache. Besonders wichtig seien die Jugend- und Schulsozialarbeit, außerschulische Bildungsangebote, sowie Hilfen zur Erziehung. Begrüßt haben die Familienminister ausdrücklich, dass auf das bisherige Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche ein Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit folgen soll.

Das Bundesfamilienministerium haben die Minister gebeten, das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ fortzusetzen und zu verstetigen. Die Kindertageseinrichtungen bräuchten zusätzliche Fachkräfte und Fachberatungen und die nötige Planungssicherheit, heißt es im Beschluss der JFMK.

In den Jahren 2021 und 2022 waren aus dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ 100 Millionen Euro für tausend zusätzliche Sprach-Kitas zur Verfügung gestellt worden. Sie fördern alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil der Kinderbetreuung, um zu verhindern, dass die Startchancen von Kindern in den ersten Grundschulklassen aufgrund mangelnder sprachlicher Voraussetzungen geschwächt sind. Besucht werden die geförderten Kitas meist von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit dem Risiko eines sprachlichen Förderbedarfs.

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Darüber hinaus fordern die Familienminister die Länder auf, die öffentliche Förderung für Sport- und Kultur, Freiwillige Feuerwehr und andere Kinder- und Jugend-Programme an die verpflichtende Vorlage und Umsetzung von Kinderschutzkonzepten zu knüpfen, um Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Eine fachlich fundierte Qualifizierung und Fortbildung sei für alle Berufsgruppen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, verpflichtend. Es könnten auch digitale Fortbildungsmaterialien eingesetzt werden.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmoll, Heike
Heike Schmoll
Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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