Nauen

Turnhallenbrandstifter müssen 2,9 Millionen zahlen

24.08.2021
, 12:41
Brandenburg, Nauen: die brennende Sporthalle am 25. August 2015
Drei wegen Brandstiftung in einer Turnhalle im brandenburgischen Nauen verurteilte Männer sind zu hohen Schadensersatzsummen verurteilt worden. Unter ihnen ist auch ein früherer NPD-Stadtverordneter.
ANZEIGE

Nach der Brandstiftung an einer als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen Turnhalle im brandenburgischen Nauen im Jahr 2015 müssen die drei Täter knapp 2,9 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Das hat das Landgericht Potsdam am Dienstag entschieden, wie eine Gerichtssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Die Summe in Höhe von 2.891.184,99 Euro muss an die Ostdeutsche Kommunalversicherung als Klägerin gezahlt werden. Unter den drei verurteilten Tätern ist auch der frühere Nauener NPD-Stadtverordnete Maik Schneider. (AZ: 11 O 242/18)

ANZEIGE

Den Vorschlag eines Täters, sich mit insgesamt 10.000 Euro in kleinen Ratenzahlungen an der Schadensbegleichung zu beteiligen, hatte die Versicherung Ende Juli abgelehnt. Gegen einen der Täter war bereits zuvor ein rechtskräftiges sogenanntes Versäumnisurteil ergangen.

Bei dem Anschlag im August 2015 brannte die Sporthalle vollständig aus, bevor dort Flüchtlinge untergebracht werden konnten. Schneider und ein weiterer Mann wurden bereits in einem Strafprozess unter anderem wegen der Brandstiftung vom Landgericht Potsdam zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Weitere Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen. Das Strafmaß für Schneider war Mitte August neu festgesetzt worden, weil der Bundesgerichtshof zuvor Fehler bei der Bildung der Gesamtstrafe bemängelt hatte. Der Neonazi muss nun wegen der Brandstiftung und weiterer Straftaten für acht Jahre und drei Monate in Haft.

Quelle: EPD-BAS
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE