FAZ plus ArtikelNeue Fraktionen im Bundestag

Das unterscheidet die jungen Grünen von der jungen AfD

Von Günter Bannas
01.05.2019
, 12:52
Im Bundestag sitzen die Abgeordneten der Grünen und der AfD weit auseinander. Dabei ist ihre Geschichte im Parlament durchaus vergleichbar. Oder doch nicht?
Als die Grünen in den Bundestag einzogen, galten sie nur als die ungezogenen Kinder des Bürgertums. Der Einzug der AfD ruft hingegen Hassgefühle statt „nur“ Zorn hervor – warum? Ein Vergleich.

Im März 1983 wurde eine neue politische Kraft in den Bundestag gewählt: die Grünen, die sich gerne auch Anti-Parteien-Partei nannten. Bis dahin war in der deutschen Politik eine Konzentration des Parteiensystems registriert worden. Seit 1957 hatte es nur drei Fraktionen im Bundestag gegeben: CDU/CSU, SPD, FDP. Die rechtsextreme NPD war 1969 knapp gescheitert.

Die neuen Abgeordneten der Grünen waren zumeist junge Leute, die sich im Kampf gegen Kernkraftwerke und Nato-Atomraketen engagiert und bei Demonstrationen auch gegen Gesetze verstoßen hatten. Auch Linksradikale waren dabei und solche, die von den anderen Parteien als linksradikal angesehen wurden. Anwälte unter den Gründungsmitgliedern – Otto Schily, Hans-Christian Ströbele – hatten Terroristen der „Roten Armee Fraktion“ verteidigt. Das Image der Grünen war davon geprägt: ein linkes Projekt eben.

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Quelle: F.A.S.
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