FAZ plus ArtikelVom „NSU-2.0“ bedroht

Seda Basay-Yildiz hat Fragen an die Polizei

Von Julian Staib
04.05.2021
, 13:49
Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz
Auch die Festnahme des mutmaßlichen Verfassers der „NSU-2.0“-Drohschreiben wird den Streit zwischen der bedrohten Anwältin und den hessischen Sicherheitsbehörden nicht beenden.
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Die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz ist über Jahre bedroht worden, doch zu den Getriebenen wurden in ihrem Fall auch Hessens Sicherheitsbehörden. Mehr als ein Dutzend Mal wurde Basay-Yildiz mitsamt ihrer Familie in anonymen Schreiben beschimpft, erhielt Morddrohungen. „Wir schlachten deine Tochter“, stand da etwa. Namen und Wohnadresse wurden genannt, unterzeichnet wurde stets mit „NSU-2.0“. „Zum Abschuss freigegeben“, fühle sie sich, sagte Basay-Yildiz kürzlich im Gespräch mit der F.A.Z. Ohne öffentlichen Druck geschehe in der Sache nichts. Die Behörden waren aus ihrer Sicht Teil, wenn nicht Ausgangspunkt der Bedrohung.

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Die Polizei selbst stand lange im Fokus der Ermittlungen. Unmittelbar vor dem ersten Drohschreiben an die Anwältin hatte es eine Abfrage ihrer öffentlich nicht zugänglichen Daten aus einem Polizeisystem gegeben. In der Folge zog Basay-Yildiz um, die neue Adresse wurde gesperrt, trotzdem nannte der Drohbriefschreiber sie. Basay-Yildiz warf den Behörden Untätigkeit vor.

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Autorenporträt / Staib, Julian
Julian Staib
Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
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