FAZ plus ArtikelÖkumenischer Kirchentag

Rom auf Konfrontationskurs mit deutschen Katholiken

Von Reinhard Bingener, Daniel Deckers und Thomas Jansen
Aktualisiert am 22.09.2020
 - 18:44
Das Brechen der Hostie
Auf dem ökumenischen Kirchentag in Frankfurt sollten Katholiken und Protestanten erstmals an Abendmahl und Eucharistie der jeweils anderen Kirche teilnehmen dürfen. Doch nun kommt Widerstand aus Rom.

Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt 2021 (ÖKT) sollte ein Signal der Zuversicht aussenden: Die Katholiken und Protestanten lassen sich nicht von der Lethargie gefangennehmen, die sich in ihren Kirchen verbreitet. Stattdessen knüpfen sie an den ersten gemeinsamen Kirchentag von 2003 an, bei dem 200.000 Dauerteilnehmer in Berlin gemeinsam feierten und der Ökumene neuen Schub gaben. Beim zweiten gemeinsamen Kirchentag in München waren es 2010 noch 125.000 Christen und die Stimmung aufgrund des anhebenden Missbrauchsskandals bereits getrübt. Aufgrund der Corona-Bestimmungen wird es mit den Zahlen nun voraussichtlich noch einmal steil bergab gehen. Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, soll die Obergrenze in Frankfurt bei 30.000 Teilnehmern liegen.

Aber immerhin, der Kirchentag soll vom 12. bis zum 16. Mai stattfinden, auch wenn es intern manche Bedenken dagegen gab und gibt. Denn die Zwanglosigkeit und Unbefangenheit, die einen Kirchentag im besten Fall auszeichnet, dürfte sich aufgrund der Hygienevorschriften kaum einstellen. Die Hälfte der rund 2000 Veranstaltungen fällt weg; die Zahl der Plätze in den Hallen sinkt auf ein Fünftel. Die Besucher können auch nicht spontan einen Saal betreten, sondern müssen vorher buchen.

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Quelle: F.A.Z.
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Reinhard Bingener
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