Laut US-Studie

Ohne Maske fast zehn Mal so viele Infektionen in Schulen

Von Heike Schmoll, Berlin
07.10.2021
, 22:21
Masken hängen an Kleiderhaken in einer Grundschule in Bamberg.
In Deutschland werden die Länder weiterhin unterschiedlich mit der Maskenpflicht für Schüler verfahren. Eine Studie aus Amerika belegt derweil ein deutlich höheres Infektionsrisiko, wenn auf den Mundschutz verzichtet wird.

Die Kultusminister, die bis zu diesem Freitag in Potsdam beraten, werden wohl keine bindende Empfehlung zum Maskentragen im Unterricht abgeben. Es wird vielmehr dabei bleiben, dass die Länder unterschiedlich verfahren. Hessen hat am Donnerstag angekündigt, nach den Herbstferien wieder mit sogenannten Präventionswochen einzusteigen. Die Schüler müssen dann an ihrem Platz eine medizinische Maske tragen. Alle nicht geimpften Schüler sind verpflichtet, pro Woche dreimal statt nur zweimal einen negativen Testnachweis vorzulegen. Außerhalb der Schultests können sich Personen unter 18 Jahren bis Ende des Jahres weiterhin kostenfrei in den Covid-Zentren testen lassen.

Unterdessen belegt eine Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC nach einem Vergleich zwischen Schulen mit und ohne Maskenpflicht, dass in solchen ohne Maskenpflicht das Risiko für Infektionen 3,5-Mal höher war. Verglichen wurden die Schulen zweier Distrikte mit ähnlichen Inzidenzen von 105 beziehungsweise 161 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. 59,2 Prozent beziehungsweise 47,6 Prozent der Einwohner hatten mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Insgesamt lagen Daten von 1020 weiterführenden Schulen in beiden Schuldistrikten vor.

Weiter testen, weiter Maske tragen

21 (zwei Prozent) Schulen berichteten von Ausbrüchen weniger als sieben Tage nach Schulbeginn. Diese Schulen wurden aus der Analyse ausgeschlossen, weil die Infektionen möglicherweise noch aus der Ferienzeit stammten. Unter den 999 verbleibenden Schulen gab es in 21 Prozent eine Maskenpflicht vom Schuljahrsbeginn an. 30,9 Prozent führten die Maskenpflicht mit einer zeitlichen Verzögerung von neun bis 17 Tagen nach Beginn des Schuljahres ein, und 48 Prozent hatten keine Maskenpflicht.

In der Zeit vom 15. Juli bis 31. August kam es zu 191 Ausbrüchen in den analysierten Schulen. 16 in Schulen mit Maskenpflicht vom Schuljahresbeginn an, 62 in Schulen mit späterer Maskenpflicht und 113 in Schulen ohne Maskenpflicht. Die Anzahl der ausgebrochenen Infektionen in Schulen ohne Maskenpflicht war also fast zehn Mal höher als in Schulen mit Maskenpflicht. Die Studie spreche für eine Fortsetzung der regelmäßigen Testungen an Schulen sowie für eine generelle Maskenpflicht, schlussfolgern die Autoren.

Eltern mehrheitlich für Aufhebung der Maskenpflicht

In Bayern und im Saarland ist die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben, auch in Sachsen-Anhalt und in Thüringen können Schüler die Maske auf ihren Plätzen ablegen. In Berlin und Brandenburg ist die Maskenpflicht für die Grundschüler von Klasse eins bis sechs ausgesetzt.

Unter den Eltern ist eine Mehrheit für das Ende der Maskenpflicht, eine Minderheit hält die Aufhebung für verfrüht. Unter den Kinder- und Jugendmedizinern sowie den Ärzteverbandsvertretern gibt es unterschiedliche Auffassungen. Relativ einhellig plädieren nur die Virologen für eine Fortsetzung des Maskentragens im Unterricht, um Infektionen zu vermeiden.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmoll, Heike
Heike Schmoll
Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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