FAZ plus ArtikelReichtum durch Biontech

Wie Mainz den Geldsegen ausgeben will

Von Julian Staib
13.11.2021
, 16:52
Eine Mitarbeiterin der Covid-19-Impfstoffproduktion am Biontech-Standort in Marburg
Dank Biontech schwimmt das hoch verschuldete Mainz plötzlich im Geld. Ein wenig wirkt es wie ein Gewinn beim Lotto. Aber die Stadt hat durchaus etwas dafür getan, dass sich zukunftsträchtige Firmen niederlassen. Ist Biontech erst der Anfang?
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Mainz steht ohnehin Kopf derzeit, und nun kommt auch noch der Karneval hinzu. An diesem Tag wird das närrische Grundgesetz verlesen. Durch den Mainzer Morgennebel laufen Männer in Tigerkostümen, Frauen tragen große bunte Masken. Michael Ebling wird sich gleich unter sie stürzen. Noch aber sitzt der großgewachsene Mainzer Oberbürgermeister in seinem Büro hoch über der Stadt. Normalerweise ist Ebling um keinen Witz verlegen. Heute aber, ­mitten in all dem Wahnsinn, gibt er sich sehr zurückhaltend und ruhig. Er freue sich natürlich, sagt Ebling. Aber der Erfolg bringe doch auch Verantwortung mit sich.

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Seine Stadt ist nämlich plötzlich sehr reich. Das lange hoch verschuldete Mainz sitzt auf einer sprudelnden Geldquelle. Es ist ein wenig wie beim Lotto. Auch wenn nun in Mainz alle sagen, dass das Glück schon auch ziemlich selbstverdient sei. Ebling und der zuständige Finanzdezernent verkündeten die Woche ein Haushaltsplus von voraussichtlich über einer Milliarde Euro für dieses Jahr. Im kommenden Jahr soll der Überschuss etwa eine halbe Milliarde betragen. Das viele Geld geht fast ausschließlich auf den Impfstoffhersteller Biontech zurück. Ein Mainzer Wunder. Das will die Stadt nun halten, ja am besten vervielfältigen. Aber lassen sich Wunder wiederholen?

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Autorenporträt / Staib, Julian
Julian Staib
Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
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