RKI-Zahlen

Inzidenz bei 17,8 – Weiter Diskussion um Druck auf Ungeimpfte

02.08.2021
, 05:16
Ein Arzt informiert in einem Impfbus in Rheinland-Pfalz über die Impfung.
847 Corona-Neunfektionen sind etwas weniger als vor einer Woche. Die Inzidenz steigt dennoch weiter. Ein SPD-Politiker schließt Nachteile für Ungeimpfte nicht aus.
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Die Sieben-Tage-Inzidenz des Coronavirus steigt weiter kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von diesem Montagmorgen liegt sie nun bundesweit bei 17,8. Am Vortag hatte der Wert 17,5 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen. Die höchste Inzidenz eines Bundeslandes verzeichnet derzeit Hamburg mit 32,7.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 847 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 958 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.660.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.772.109 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.656.300 an.

Nachteile für Ungeimpfte?

In der Diskussion, wie mehr Menschen zur Impfung bewegt werden könnten, schloss der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich Nachteile für Ungeimpfte nicht aus. „Private Anbieter können natürlich Geimpften oder Genesenen Vorteile gewähren“, sagte er der Rheinischen Post. Staatliche Stellen müssten allen gleichermaßen ihre Leistungen anbieten, doch auch dort könnten durch Hygienekonzepte oder Corona-Tests Nachteile für Ungeimpfte entstehen.

Dabei handle es sich jedoch nicht um exklusive Rechte für Menschen mit einer Corona-Impfung, betonte Mützenich. „Exklusiv-Rechte halte ich für den falschen Begriff, weil bisher eingeschränkte Grundrechte wieder gelten.“ Rechtliche Nachbesserungen halte er derzeit nicht für erforderlich: „Dass Menschen, die sich solidarisch verhalten, dem Normalzustand schneller wieder näher kommen, halte ich für fair“. Das Infektionsschutzgesetz gebe dies in seiner aktuellen Fassung her.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte zuvor Nachteile für Ungeimpfte als legitim bezeichnet. Wenn alle ein Impfangebot bekommen haben, ist jedenfalls nicht auszuschließen, dass Geimpfte mehr Dinge tun können als die, die sich trotz der Möglichkeit nicht impfen lassen“, sagte die Ko-Chefin der Grünen dem Tagesspiegel.

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Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa zufolge will sich nur etwa jeder vierte Ungeimpfte in Deutschland noch gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie die Bild am Sonntag berichtete, wollen 54 Prozent derer, die ein Impfangebot bislang nicht angenommen haben, sich auch grundsätzlich nicht impfen lassen. Als Hauptgrund nannte ein Großteil der Impfverweigerer demnach mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe.

Quelle: dpa/AFP
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