FAZ plus ArtikelSprechen über sexuelle Gewalt

„Die Vergangenheit ist für viele nicht vorbei“

Von Barbara Kavemann
21.07.2021
, 12:13
„Zu selten werden Betroffene als Expertinnen und Experten und in ihrer ganzen Vielfalt gesehen“, sagt eine Betroffene.
Was erwarten Betroffene von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend von gesellschaftlicher Aufarbeitung und was heißt für sie Gerechtigkeit? Ein Gastbeitrag.
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Welche Erwartungen haben Betroffene sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend an Gesellschaft und Politik? Was sollte ihrer Ansicht nach passieren? Diese Frage wird zu selten gestellt, zu oft wird davon ausgegangen, dass Fachleute wissen, was getan werden muss. Eine Betroffene brachte es gegenüber der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf den Punkt: „Zu selten werden Betroffene als Expertinnen und Experten und in ihrer ganzen Vielfalt gesehen.“

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Anfang der 1980er-Jahre hatte die fachliche und politische Diskussion über sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend dank Frauenbewegung und der Selbsthilfebewegung betroffener Frauen erstmals eine breite Öffentlichkeit erreicht. Der Schwerpunkt der Debatte lag auf sexueller Gewalt durch Familienangehörige. Beratungsstellen wurden gegründet, das Thema fand Eingang in die Soziale Arbeit, die Psychotherapie und die Pädagogik.

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