Corona-Beschränkungen

Spahn dämpft Hoffnung auf rasche Aufhebung aller Maßnahmen

07.07.2021
, 10:34
Jens Spahn am 1. Juli in Berlin
Damit widerspricht er Außenminister Heiko Maas. Auch ohne Empfehlung hofft Spahn aber auf eine hohe Impfbereitschaft unter Jugendlichen.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Hoffnungen auf eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen gedämpft. Alles hänge von der Impfquote ab, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Bei den Älteren gebe es eine hohe Bereitschaft, so dass bei den über 60-Jährigen eine Impfquote von 90 Prozent bald erreicht werde.

Bei den Zwölf- bis 59-Jährigen müsse dagegen noch geworben werden, um eine Quote von 85 Prozent zu erreichen. Ihnen müssten niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden, etwa auf dem Marktplatz, dem Sportplatz oder neben Moscheen und Kirchen. „Wenn wir das möglichst gut hinkriegen im Juli, dann haben wir auch eine gute Aussicht auf einen Herbst, auf einen Winter mit weniger Auflagen und deutlich weniger Einschränkungen.“ Spahn betonte aber, die AHA-Regeln würden noch eine ganze Zeit gebraucht. Wer geimpft sei, werde aber auf jeden Fall mehr Freiheiten haben.

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Spahn widersprach Außenminister Heiko Maas. Dieser hatte die Erwartung geäußert, dass alle Menschen bis August ein Impfangebot erhalten würden und damit alle Beschränkungen aufgehoben werden könnten. Dazu sagte Spahn, er wundere sich manchmal, wer sich wie zu Wort melde. Im August könnten gar nicht alle eine volle Impfung bekommen haben, weil es den Abstand zwischen Erst- und Zeitimpfung brauche, sagte der Gesundheitsminister im Deutschlandfunk.

„Sollten Kinder und Jugendliche selbst entscheiden lassen“

Auch ohne allgemeine Expertenempfehlung hofft Spahn auf eine rege Beteiligung junger Menschen an der Corona-Impfkampagne. Die Versorgung mit Impfstoffen habe sich inzwischen derart verbessert, dass alle Kinder und Jugendlichen bis Ende August einen ersten Termin erhalten könnten, sagte Spahn am Mittwoch im „Morgenmagazin“ der ARD. „Ich finde, wir sollten die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden lassen.“ Wer wolle, könne geimpft werden.

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) seien wichtige Leitlinien, ergänzte der Gesundheitsminister. Aber es gebe eben am Ende auch einen sicheren und zugelassenen Impfstoff für alle Menschen über zwölf Jahren, der nach individueller Abwägung und Entscheidung verabreicht werden könne. Es sei bereits klar, dass es in nicht geimpften Bevölkerungsgruppen ab Herbst viele Infektionen geben werde, sagte Spahn. Eine hohe Impfquote sei daher „wichtig“.

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„Ein Impfruck durch Deutschland“

In erster Linie seien jedoch weiterhin auch die Erwachsenen zu Impfungen aufgefordert, betonte der Minister. Es müsse „ein Impfruck durch Deutschland gehen“. Wer sich immunisieren lasse, schütze immer auch seine Mitmenschen. Das helfe am Ende auch Kindern und Jugendlichen. Es müsse ein Bewusstsein dafür herrschen, dass der Kampf gegen die Pandemie am Ende ein „Teamspiel“ sei. In Deutschland flammte zuletzt abermals eine Diskussion über die Impfung von Kindern und Jugendlichen auf, insbesondere mit Blick auf die Rückkehr in die Schulen nach den Sommerferien. Zwar gibt es in der EU einen Impfstoff, der für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen ist. Die STIKO sprach bisher aber keine generelle Impfempfehlung für Jugendliche aus.

Das unabhängige Gremium verweist vor allem auf den fehlenden medizinischen Nutzen, da für junge Menschen ein sehr geringes Gesundheitsrisiko besteht. Lediglich für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen empfiehlt die Kommission eine Impfung.

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Aus der Politik wurde vor dem Hintergrund der sich immer stärker ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus zuletzt aber die Forderung laut, die Festlegung zu überdenken und eine allgemeine Empfehlung für Jugendliche auszusprechen.

Quelle: AFP/Reuters/marf.
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