„Politische Heimat gefunden“

Studie: AfD-Wähler antidemokratisch und antisemitisch geprägt

25.02.2020
, 13:55
Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke (Mitte) nimmt am 1. September 2018 in Chemnitz an einer Demonstration von AfD und Pegida teil. Rechts neben ihm: Pegida-Chef Lutz Bachmann.
Laut einer Studie der Universität Leipzig vertreten AfD-Wähler antidemokratische, antisemitische und muslimfeindliche Positionen. Anhänger dieses politischen Gedankenguts hätten in der AfD „eine politische Heimat gefunden“.
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Viele AfD-Anhänger wählen die Partei offenbar nicht trotz, sondern wegen ihrer antidemokratischen Positionen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Universität Leipzig hervor. In keiner anderen Wählergruppe seien rechtsextreme Einstellungen und Muslimfeindschaft weiter verbreitet als unter den Wählern der AfD, erklärte der Extremismusforscher und Leiter der Studie, Oliver Decker. Zudem hätte sie deutlichere antisemitische Einstellungen.

Insgesamt zeigten die AfD-Wähler laut Studie bei antidemokratischen Einstellungen deutlich höhere Zustimmungswerte als die Anhänger anderer Parteien. 80,6 Prozent der AfD-Wähler gaben demnach an, sich durch „die vielen Muslime“ fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent fanden, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Zudem ist der Umfrage zufolge jeder fünfte AfD-Anhänger bereit zur Anwendung körperlicher Gewalt, um eigene Interessen durchzusetzen. Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler findet Ressentiments gegen Juden mindestens teilweise verständlich

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Decker erläuterte, jene Bundesbürger, die zwar schon lange extrem rechte Einstellungen teilten – sei es Chauvinismus, Befürwortung einer Diktatur, Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit – aber bis 2014 SPD oder CDU wählten, stimmten jetzt für eine Partei, die eine Programmatik entsprechend ihrer Einstellung umsetzt. „Sie haben in der AfD eine politische Heimat gefunden“, so der Wissenschaftler. Vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Monate, der Ermordung des hessischen Politikers Walter Lübcke, des Attentats auf die Synagoge in Halle und der anschließenden Morde sowie des jüngsten rassistischen Terroranschlags in Hanau, „ist diese klare Positionierung gegen den demokratischen Zusammenhalt mit Sorge zu betrachten“, sagte Decker.

Im Rahmen der Leipziger Autoritarismus-Studien befragten die Forscher von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2344 Personen im Alter zwischen 18 und 91 Jahren zu ihren politischen Einstellungen.

Quelle: KNA
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