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Stuttgart

Verena Becker wegen Beihilfe zum Mord an Buback verurteilt

 - 13:10

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker wegen Beihilfe zum Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 schuldig gesprochen. Die Richter verurteilten sie am Freitag zu einer Haftstrafe von vier Jahren. Davon gelten zweieinhalb Jahre bereits wegen ihrer früheren Verurteilung als abgegolten.

Buback und seine beiden Begleiter waren vor 35 Jahren von einem Mordkommando der Roten Armee Fraktion (RAF) in Karlsruhe in ihrem Dienstwagen von einem Motorrad aus erschossen worden. Wer die beiden unmittelbaren Täter waren, konnte das Gericht in dem mehr als anderthalb Jahre dauernden Verfahren nicht klären. Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren wegen Beihilfe gefordert. Becker habe innerhalb der RAF eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den Mordanschlag gespielt.

Mord an Siegfried Buback
Verena Becker wegen Beihilfe zum Mord verurteilt
© reuters, reuters

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die 59 Jahre alte Angeklagte hatte in einer Erklärung vor Gericht jede Beteiligung bestritten. Der Nebenkläger Michael Buback, Sohn des Opfers, hielt bis zum Schluss des Prozesses an seiner These fest, dass Becker selbst die tödlichen Schüsse abfeuerte. Hierfür ergab die Hauptverhandlung jedoch keine tragfähigen Anhaltspunkte.

Becker habe die Täter wissentlich und wesentlich in ihrer Tatabsicht bestärkt, sagte Richter Wieland. Sie habe in der sogenannten zweiten RAF-Generation eine führende Funktion innegehabt. Über die geplanten Anschläge sei im Kollektiv der Roten Armee Fraktion (RAF) abgestimmt worden. Ende 1976 habe die Angeklagte „unter bestimmender Mitwirkung“ bei einem RAF-Treffen in den Niederlanden den Beschluss mitgefasst, Buback so schnell wie möglich zu ermorden. Dabei habe auch Einigkeit bestanden, dass die Begleitpersonen nicht überleben durften, sagte Wieland.

Bis heute ist unklar, wer das Motorrad fuhr, von dem aus Buback und seine Begleiter erschossen wurden. Verurteilt wurden Christian Klar, Knut Folkerts und Brigitte Mohnhaupt. Die früheren RAF-Mitglieder schweigen bis heute zu der Tat. Bei Becker hatte die Bundesanwaltschaft 1977 die Tatwaffe gefunden und später am Bekennerschreiben Speichelspuren von ihr entdeckt. Daraufhin wurde im April 2010 Anklage wegen Beihilfe zu dreifachem Mord erhoben.

Becker schwieg in dem Prozess bis zum 89. Verhandlungstag. Mitte Mai bestritt sie dann in einer verlesenen Erklärung die Beteiligung an dem Attentat auf Buback und seine zwei Begleiter am Gründonnerstag 1977 sowie an der Vorbereitung. Sie habe von dem Anschlag in Karlsruhe erst einen Tag später in Italien auf der Rückreise aus dem Nahen Osten aus der Zeitung erfahren. „Wer Ihren Vater getötet hat, kann ich nicht beantworten: Ich war nicht dabei“, sagte Becker an Bubacks Sohn Michael gerichtet, der als Nebenkläger auftrat und die Ermittlungen gegen Becker mit angestoßen hatte.

Becker war in einem früheren Prozess wegen mehrfachen Polizistenmords 1977 zu lebenslanger Haft verurteilt worden und kam 1989 im Zuge einer
Begnadigung vorzeitig frei. Sie hatte für die linksextreme Rote Armee Fraktion (RAF) unter anderem Waffendepots angelegt.

Quelle: FAZ.NET
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