FAZ plus ArtikelDie Äußerungen Boris Palmers

Das macht man nicht

Von Daniela Harsch
12.05.2021
, 07:13
Zuspitzen ohne zu verletzen will gelernt sein. Das hätte auch Boris Palmer berücksichtigen müssen, meint die Tübinger Sozialbürgermeisterin Daniela Harsch. Eine alte Weisheit lautet: Bestimmte Dinge tut man nicht. Ein Gastbeitrag.

Das macht man nicht. Ein Satz, den gewöhnlich Kinder von ihren Eltern zu hören bekommen. Man bohrt nicht in der Nase. Man schlägt nicht um sich. Man wirft sich im Supermarkt nicht auf den Boden. Oder in der Pubertät: Man trinkt nicht zu viel auf dem Dorffest. Man fährt nicht per Anhalter. Man ist nicht frech zu Erwachsenen.

Die Frage, was man macht oder nicht, ist mehr als die Maßregelung unerwünschten Verhaltens. Sie enthält vielmehr eine Aussage über ein Wertekonstrukt. „Das macht man nicht“ ist ein nicht gänzlich festgeschriebener Rahmen, innerhalb dessen sich eine Gesellschaft bewegt. Es sind die Leitplanken des Zusammenlebens. Sehr verknappt geht es darum, in einer Gesellschaft nicht oder so wenig wie möglich an die Leitplanken zu stoßen und Verletzungen zu vermeiden. Ja, auch Selbstverletzung.

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