FAZ plus ArtikelGeringe Quoten im Osten

Impfen? Nicht mit mir!

Von Stefan Locke, Dresden
17.09.2021
, 20:40
Der Betrieb hält sich in Grenzen: ein Blick ins fast leere Impfzentrum Sachsen (Dresden)
In Ostdeutschland sind die Corona-Impfquoten auffallend niedrig. Was ist der Grund dafür? Ein Soziologe sieht den Widerstand gegen die Spritze als Teil der grundlegenden Protesthaltung gegenüber der Regierung.

Als Anfang dieser Woche ein mobiles Team des Arbeiter-Samariter-Bundes in einer Berufsschule in Zittau in Ostsachsen ankam, um 150 angemeldete Schüler gegen das Coronavirus zu impfen, war eine Handvoll Impfgegner bereits da. Sie hatten sich am Eingang postiert. Der Sächsischen Zeitung zufolge kam es zu Tumulten, als eine Frau schrie, alle Geimpften würden schon bald sterben, und ein Mann handgreiflich wurde gegenüber dem Impfarzt.

Die Polizei konnte die Sache schnell klären, mit radikalen Impfgegnern kennt sie sich inzwischen aus. Schon schwieriger sind die Ermittlungen dagegen nach einem Brandanschlag auf ein Impfzentrum in Treuen im Vogtland, an dessen Eingang zu Wochenbeginn drei Molotow-Cocktails zerschellten. Zwar blieb der Schaden gering. Doch weil ein politischer Hintergrund nicht auszuschließen ist, fahndet inzwischen das polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum nach den Tätern.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Locke, Stefan
Stefan Locke
Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
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