FAZ plus ArtikelProzess gegen Syrer

Angeklagt wegen Folter in 4000 Fällen

Von Julian Staib, Berlin und Koblenz
06.10.2020
, 19:18
In Koblenz läuft ein Prozess wegen Verbrechen in einem Gefängnis in Damaskus. Das ermöglicht das Weltrechtsprinzip. Für viele Exilanten ist es erst der Anfang.

Wassim Mukdad erlebte eine schreckliche Zeit im Al-Khatib-Gefängnis von Damaskus. Die Folterknechte schlugen ihm während der Verhöre immer wieder auf die Fußsohlen. Er bekam kaum etwas zu essen. Freunde von ihm verschwanden oder wurden ermordet. Er hörte die Schreie der anderen Häftlinge.

Zu Beginn des Aufstandes gegen das syrische Regime 2011 wurde Mukdad auf der Straße festgenommen und in die Haftanstalt Al-Khatib gebracht. Mit fast 100 Leuten war er in einem winzigen Raum untergebracht, geschlafen wurde in Schichten. „Niemand wusste, wo ich bin“, erzählt er. „Ich hatte keine Rechte.“ 2014 gelang ihm die Flucht nach Deutschland, wo er heute als Musiker und Komponist arbeitet.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Staib, Julian
Julian Staib
Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
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