FAZ plus ArtikelBoris und Helmut Palmer

Wie der Sohn, so der Vater

Von Rüdiger Soldt, Stuttgart
28.05.2021
, 13:57
Vom Vater gelernt und geprägt: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer in einer Ausstellung über den „Remstalrebellen“ Helmut Palmer.
Boris Palmer wurde durch die Geschichte seines Vaters geprägt. Der Tübinger Oberbürgermeister, enfant terrible der Grünen, provoziert so gerne wie er.

Boris Palmers Elternhaus liegt in der Ortsmitte von Geradstetten. Es ist kaum möglich, das Fachwerkhaus zu übersehen. Helmut Palmer, der Vater des grünen Tübinger Oberbürgermeisters, hat die Fassade mit politischen Botschaften wie „Unruhe ist die erste Bürgerpflicht“ oder „Ohne ständige Manipulationen und Betrügereien der Presse und Justiz hätte es längst geklappt“ verziert. Gemeint sind die fast 300 Versuche Helmut Palmers, irgendwo in Schwaben Bürgermeister zu werden.

Helmut Palmer war Obstbauer, Kaufmann, Politiker ohne Mandat, Bürgerrechtler und einer der ersten Wutbürger der Bundesrepublik. An seinem Haus hängen auch die besten Ergebnisse, die er bei Bürgermeisterwahlen erreichte: In Blaubeuren 35 Prozent, in Vaihingen an der Enz 27 Prozent und 1974 in Schwäbisch Hall im ersten Wahlgang 41 Prozent. Das war der größte politische Triumph des Pomologen und „Remstalrebellen“. 5000 Bürger feierten ihn damals auf dem Haller Marktplatz. Nur durch Absprachen der etablierten Parteien und der städtischen Honoratioren wurde sein Sieg im zweiten Wahlgang verhindert.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Soldt, Rüdiger
Rüdiger Soldt
Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.
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