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FAZ plus ArtikelWinfried Kretschmann

Wie besonnen darf’s sein?

Von Rüdiger Soldt, Stuttgart
Aktualisiert am 07.04.2020
 - 14:17
Winfried Kretschmann am 16. November 2019 auf dem Parteitag der Grünen in Bielefeld
Zu Beginn der Pandemie verströmten die Grünen in Baden-Württemberg vor allem Optimismus, zum milliardenschweren Rettungsschirm mussten sie erst getrieben werden. Zieht die CDU als Krisengewinner in den Wahlkampf?

Wer zehn Jahre Ministerpräsident ist, kann Krisen nicht vermeiden. Winfried Kretschmann befand sich ein gutes Jahr im Krisenmodus, als im Herbst 2015 die Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Doch die Situation von damals ist mit der jetzigen Pandemie nicht zu vergleichen. Im Herbst 2015 ging es vor allem darum, schnell Infrastrukturen für die Unterbringung zu schaffen. Jetzt geht es gleichzeitig um die Rettung von Menschenleben, harte Freiheitsbeschränkungen und die Insolvenz vieler Unternehmen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit.

Anders als seine Kollegen Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) befand sich Kretschmann zu Beginn der Krise schon im Vorwahlkampf. Als er nach reiflicher Überlegung im September mitteilte, mit 71 Jahren noch einmal zur Landtagswahl Anfang 2021 anzutreten, war selbst in China von einer Pandemie noch nichts bekannt. Hätte Kretschmann damals einen Nachfolger installiert, wäre dessen Einarbeitungszeit in die Krisenzeit gefallen. Inzwischen hat sich die politische Stimmung für die Grünen leicht getrübt: Im Bund ist die SPD erstmals wieder stärker als die Ökopartei, die Union holt auf, was in ein paar Monaten auch aufs Land abfärben könnte.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Soldt, Rüdiger
Rüdiger Soldt
Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.
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