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FAZ plus ArtikelWirtschaft in Ostdeutschland

Stadt, Land, Flucht

EIN KOMMENTAR Von Stefan Locke
 - 15:46

Da haben die Wissenschaftler des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) einen Hit gelandet: Ihre Forderung, im Osten künftig nur noch große Städte statt ländlicher Regionen zu fördern, um die seit zwei Jahrzehnten stagnierende Wirtschaftskraft im Osten auf Westniveau zu bringen, fand enorme Aufmerksamkeit. Bei ostdeutschen Politikern stieß sie, vorhersehbar, einhellig auf Protest. Dagegen fühlten sich diejenigen bestätigt, die die Förderung der „neuen Länder“ schon lange für rausgeschmissenes Geld halten. Welche Konsequenzen aber hätte es, würden Politiker dem Vorschlag folgen?

Zieht man Berlin ab, leben in Ostdeutschland heute noch gut zwölf Millionen Menschen, drei Viertel davon auf dem Land. Viele Menschen konnten nicht abwandern, viele wollten das nicht, sind gerne und aus Überzeugung geblieben. Wieder andere sind hingezogen. Sie haben allen Widrigkeiten zum Trotz vor allem Chancen gesehen, diese genutzt und sich etwas aufgebaut. Ließe die Politik diese Leute wissen, dass es keinen Sinn mehr habe, dort zu investieren, würde sich vermutlich ein Großteil von ihnen auf den Weg machen. Schon heute ist aus der Lausitz zu hören, dass ganze Jahrgänge nach der Schule weggehen wollten, weil sie nach dem politisch gewollten Kohleausstieg dort keine Perspektive sähen.

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Quelle: F.A.Z.
Stefan Locke
Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
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