Referendum

Falkland-Bewohner wollen Briten bleiben

12.03.2013
, 06:36
In einem Referendum sprechen sich die Bewohner der Falkland-Inseln mit überwältigender Mehrheit dafür aus, weiterhin britisch bleiben zu wollen. Argentinien erkennt die Abstimmung nicht an.

Die Bewohner der Falklandinseln haben sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. 98,8 Prozent stimmten mit Ja, wie Behördenvertreter in der Nacht zu Dienstag in der Hauptstadt Port Stanley mitteilten. Argentinien, das die Inselgruppe ebenfalls beansprucht, hatte die Abstimmung bereits im Vorfeld als „illegal“ deklariert.

Die Falklandinseln sind zwischen Argentinien und Großbritannien umstritten, die deswegen 1982 einen Krieg mit hunderten Toten führten.

Genau drei Gegenstimmen

Den offiziellen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei rund 92 Prozent - stimmberechtigt waren genau 1672 Menschen. Es habe drei Nein-Stimmen gegeben. Internationale Beobachter sprachen von einer „freien, fairen und technisch einwandfreien“ Abstimmung. Auf der Inselgruppe feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch.

„Hier ist soviel Lärm, es ist riesig“, sagte Barry Elsby vom Lokalparlament der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Hunderte Menschen feierten vor der Kirche, sängen und schwenkten Flaggen, berichtete Elsby.

Die Abstimmung wurde von den Falkland-Bewohnern selbst in die Wege geleitet, an seinem Ausgang hatte kein Zweifel bestanden. Der britische Außenminister William Hague begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die Inselbewohner bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft unterstützen, erklärte Hague.

Argentinien erkennt das Referendum nicht an

Dagegen bekräftigte Argentinien, dass es das Referendum von Sonntag und Montag nicht anerkenne. Es handele sich um ein „rechtlich wertloses Manöver“, das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei, erklärte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro. „Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität“, sagte Castro über die Bewohner der Falklandinseln. „Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch.“

Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falklandinseln oder Islas Malvinas befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte. Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 die Invasion der von ihr beanspruchten Falklandinseln begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote.

Quelle: AFP
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot