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FAZ plus ArtikelEuropol-Kampf gegen Verbrechen

Wie die Unterwelt ihr Geld verdient

Von Lydia Rosenfelder
 - 18:19
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Ein Mittagessen in der Kantine des Europäischen Polizeiamts. Ein Österreicher sagt: „Go to where it’s painful.“ Man muss dorthin gehen, wo es weh tut. An das Eigentum, die Häuser, die Autos. Ein Deutscher stimmt zu: „Follow the money.“ Ein Schwede ergänzt: „Einen jungen Dealer kannst du einsperren, aber dann kommt sofort der nächste nach. Und weil er jung ist, bleibt er sowieso nicht lange im Gefängnis.“ Der Österreicher sagt: „Man muss den Boss kriegen, nicht den Kleindealer.“ 24 Milliarden Euro verdienen kriminelle Banden in Europa jedes Jahr allein mit Drogen. Und nur ein Prozent des Geldes stellt die Polizei sicher. Der Österreicher: „Die organisierte Kriminalität ändert sich. Die hierarchischen Strukturen, die man aus dem ,Paten‘ kennt, ändern sich. Ein guter Film – der ist noch immer gültig. Aber das wird ergänzt. Organisierte Kriminalität funktioniert heute mehr wie eine moderne Firma.“ Die Rockergruppen zum Beispiel – wenn die sich gründen wollen, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, sonst werden sie von den anderen wegen Copyright-Verstoß verklagt.

Und die aktuellen Ermittlungen gegen arabische Clans in Deutschland? Wie arbeitet Europol daran mit? Der Österreicher: „Zu laufenden Ermittlungen in einem Mitgliedstaat würden wir nie etwas sagen.“ Nur so viel: „Bei euch in Deutschland ist gerade einiges los, es gibt keinen Tag, an dem nicht ein Haus durchsucht wird.“

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Quelle: F.A.S.
Lydia Rosenfelder
Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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