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FAZ plus ArtikelThomas de Maizière

Von allem die Hälfte

Von Thomas de Maizière
Aktualisiert am 24.10.2019
 - 08:23
Thomas de Maizière sieht Verbesserungsbedarf beim staatlichen Handeln.
Wie das staatliche Handeln in unserem Land schlanker, schneller, nachvollziehbarer, effizienter und zustimmungsfähiger gemacht werden kann. Ein Gastbeitrag.

Seit Jahrzehnten wird unser Land gut regiert, alles in allem. Vor allem im europäischen und internationalen Vergleich. Unsere Verwaltung arbeitet gut und zuverlässig. Millionen von Gerichtsurteilen ergehen jedes Jahr ohne Beanstandungen. Der Wohlstand wächst. Der Sozialstaat sorgt für sozialen Ausgleich. Alles in Ordnung? – Zumindest vieles ist in Ordnung in Deutschland. Jedenfalls mehr, als das allfällige Meckern vermuten lässt.

Nicht in Ordnung ist, dass jedes Problem gleich zu einem Staatsversagen stilisiert wird. Nicht in Ordnung ist, dass die eigenen Interessen so wichtig genommen werden wie noch nie. Nicht in Ordnung ist, dass der Kompromiss in der Regel als Kungelei abgetan wird. Und nicht in Ordnung ist auch, dass wir in Deutschland so verbissen geworden sind. Etwas mehr Heiterkeit, Gelassenheit und vor allem Zuversicht täte uns allen gut. Und klar ist auch, dass es trotz alles Guten Anlass zu Kritik gibt. 30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR und dem Weg zur deutschen Einheit sollten wir nicht nur feiern, sondern auch kritisch betrachten, woran es liegt, dass es so viel Unzufriedenheit gibt. Und wir sollten kritikwürdige Zustände ändern. Auch das zeichnet eine Demokratie aus.

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Zum Autor

Dr. Thomas de Maizière, Bundesinnenminister a.D., ist Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU).

Quelle: F.A.Z.
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