FAZ plus ArtikelTrotz hoher Impfzahlen

Johnsons harter Lockdown-Kurs

Von Jochen Buchsteiner, London
24.03.2021
, 21:09
Geimpfter Premierminister: Auch gegen Kritik an seinem Lockdown-Kurs zeigt sich Boris Johnson immun.
Die erfolgreiche Impfkampagne hat den Briten bislang nicht den Weg in die Normalität geebnet. Großbritannien ist weit von einer Öffnung entfernt. Der Premierminister setzt auf Vorsicht.
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Großbritannien erfreut sich einer Datenlage, von der die EU träumt. Die Zahl der täglichen Covid-Infektionen ist seit Januar von fast 70.000 auf unter 5000 gefallen. In der selben Zeit sank die Zahl der täglich eingewiesenen Patienten um neunzig Prozent. Noch drastischer ging die Zahl der Toten zurück: von 1800 am Tag (vor zwei Monaten) auf unter 100. Stellt man dazu in Rechnung, dass jetzt mehr als jeder zweite Erwachsene geimpft ist, sollte es nur eine Schlussfolgerung geben: Die Briten haben es geschafft – die Freiheit naht.

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Aber so ist es nicht; im Gegenteil. Der britische Lockdown, der drakonischere Formen hat als in den meisten anderen Ländern, soll an diesem Donnerstag vom Parlament verlängert werden. Am Dienstag verkündete die Regierung höhere Strafen für jene, die unter Vorgabe falscher Gründe auf Reisen gehen. Während Deutschland, wo die Infektionsraten nach oben schnellen und nicht einmal die Risikogruppen geimpft sind, über Osterferien auf Mallorca streitet, werden die Briten von der Regierung gewarnt, ihren Urlaub im Sommer zu buchen.

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Jochen Buchsteiner - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Buchsteiner
Politischer Korrespondent in London.
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