<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Seoul und Washington uneins

Streitpunkt Nordkorea-Tourismus

Von Patrick Welter, Tokio
Aktualisiert am 17.01.2020
 - 20:13
Kim Jong-un zu Besuch am Berg Kumgang: Die dortigen Hotelanlagen nannte er einen Schandfleck.zur Bildergalerie
Moon Jae-in will südkoreanischen Individualtourismus nach Nordkorea zulassen, um so die Abrüstungsgespräche wieder in Gang zu bringen. Dass die Vereinigten Staaten auf ihre Einbindung pochen, sorgt für Verstimmung.

Verdeckte Differenzen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten über den richtigen Umgang mit Nordkorea sind am Freitag aufgebrochen. Ein Vertreter des Präsidialamtes in Seoul wies Bemerkungen des amerikanischen Botschafters Harry Harris als „sehr unangemessen“ zurück und betonte, dass die innerkoreanische Zusammenarbeit eine Sache sei, die von der koreanischen Regierung entschieden werde.

Hintergrund der harschen Reaktion ist die Idee des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, mit der Zulassung von südkoreanischem Individualtourismus nach Nordkorea eine Annäherung zu fördern. Moon will so die Gespräche über die nukleare Abrüstung des Nordens wieder in Gang bringen. Anfang der Woche hatte er in seiner Neujahrspressekonferenz geäußert, dass Individualreisen nach Nordkorea nicht den Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) unterlägen.

Botschafter Harris empfahl später dazu Südkorea vor Journalisten, solche Vorschläge durch eine amerikanisch-koreanische Arbeitsgruppe laufen zu lassen, um spätere Missverständnisse zu vermeiden, die zu Sanktionen führen könnten.

Individualreisen nach Nordkorea sind zwar trotz der Sanktionen gegen das Land möglich, Touristen-Mitbringsel könnten aber gegen UN-Sanktionen verstoßen. Moons Bemühen um Wandel in Nordkorea durch Annäherung steht in Kontrast zur amerikanischen Linie harter Sanktionen. Südkorea und Amerika streiten seit Wochen ferner darum, wie viel Geld Südkorea für die Stationierung amerikanischer Soldaten im Land beitragen soll.

Nordkorea lässt Moons Vorschläge für eine innerkoreanische Zusammenarbeit seit langem ins Leere laufen und verspottet ihn dafür. Beobachter in Seoul sehen darin das Bestreben Nordkoreas, einen Spalt zwischen Seoul und Washington zu treiben. Mit der Idee südkoreanischer Individualreisen in den Norden versucht Moon nun, einen Kontrapunkt zu einem Ultimatum Pjöngjangs zu setzen.

Nordkorea hat Südkorea aufgefordert, bis Ende Februar Hotelanlagen am Berg Kumgang auf nordkoreanischem Grund abzubauen, nachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un diese als Schandfleck bezeichnet hatte. Die Anlagen waren einst Symbol der Annäherung. Seitdem 2008 ein grenzüberschreitendes Tourismusprogramm eingestellt wurde, liegen sie brach.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
FacebookTwitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.