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FAZ plus ArtikelUkraine-Affäre

Trump beschimpft Whistleblower

Von Frauke Steffens, New York
Aktualisiert am 27.09.2019
 - 07:37
Amerikas Präsident Donald Trump
Donald Trump droht dem anonymen Informanten, der sich offiziell über sein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj beschwerte. Zudem soll das Weiße Haus versucht haben, den Inhalt des Telefonats zu vertuschen.

Die Ausdrucksweise des amerikanischen Präsidenten erinnert viele Beobachter immer mehr der eines in Bedrängnis geratenen Mafia-Bosses. Donald Trump beschimpfte am Donnerstag in der UN-Vertretung der Vereinigten Staaten den Whistleblower, der nach Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Alarm geschlagen hatte. „Ich will wissen, wer dem Whistleblower seine Informationen gegeben hat, denn das ist fast wie ein Spion“, sagte Trump laut der Mitschrift von der geschlossenen Veranstaltung für Mitarbeiter und deren Familien. „Sie wissen, was wir in den alten Zeiten gemacht haben, als wir schlau waren, richtig? Mit Spionen und Verrat, richtig?“ Der „Los Angeles Times“ zufolge soll Trump dann noch gesagt haben: „Wir sind mit denen damals etwas anders umgegangen als wir das heute tun.“

Der anonyme Geheimdienstmitarbeiter hatte berichtet, dass Trump von Selenskyj verlangt hatte, Ermittlungen gegen den Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden anzustoßen. Trump schien ihm und allen, die sich gegen ihn stellen, nun offen zu drohen. Die demokratischen Vorsitzenden mehrerer Ausschüsse im Abgeordnetenhaus erklärten am Donnerstagabend, es handele sich um die „verachtungswürdige Einschüchterung von Zeugen“.

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