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FAZ plus ArtikelTrumps Auftritt in der Krise

Eine Demonstration seiner Macht

Von Majid Sattar, Washington
Aktualisiert am 02.06.2020
 - 19:41
In Szene gesetzt: Donald Trump am Montagzur Bildergalerie
Als die Ausschreitungen Washington erreichten, wurde Donald Trump in einen Bunker gebracht. Seit das bekannt wurde, inszeniert sich der Präsident als Oberbefehlshaber im Kampf gegen linke Anarchisten.

Von wem stammte die Idee mit der Bibel? Donald Trump hatte am Montagabend gerade seinen denkwürdigen Auftritt im Rosengarten hinter sich gebracht und war nun vom Weißen Haus vorbei am Lafayette-Park zur St.-John-Kirche gelaufen. Es sind nur ein paar Schritte. Dennoch mussten zunächst die Demonstranten in der H-Street vertrieben werden – ein Akt, der zur Inszenierung gehörte. Der Präsident stellte sich vor jene Kirche, in deren Keller Randalierer in der Nacht zuvor ein Feuer gelegt hatten. Und nun? Würde er ein paar Worte an die Bevölkerung Washingtons richten? Würde er ein stilles Gebet sprechen? Vielleicht sogar George Floyd, den bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis getöteten Afroamerikaner, erwähnen?

Der Präsident sagte zunächst einmal nichts. Das Feuer in dem historischen Gotteshaus, das jeder Präsident seit James Madison besucht hatte, war schnell gelöscht worden. Trump verzichtete darauf, in der Kirche nach dem Rechten zu sehen. Er hantierte stattdessen mit einer ledergebundenen Bibel, als handle es sich um einen Pokal, den man in die Höhe hält und den Zuschauern präsentiert. Ob das seine Bibel sei, wurde er gefragt. Es sei „eine Bibel“. Was er gerade denke, setzte eine Journalistin nach. „Fragen Sie nicht!“ Und dann: „Wir haben ein großartiges Land. Das denke ich. Das großartigste Land auf der Welt. Und wir machen es noch großartiger.“ Das werde nicht lange dauern. Man müsse sich nur anschauen, was alles passiere. Das Land gewinne wieder an Stärke. Dann posierte er noch einmal mit der Bibel, rief ein paar Mitarbeiter herbei, unter ihnen Justizminister William Barr, bedankte sich und lief zurück ins Weiße Haus.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sattar, Majid (sat.)
Majid Sattar
Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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