<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Unsere Antwort auf Rezo

Die Verhöhnung der Presse

Von Constantin van Lijnden
Aktualisiert am 10.06.2020
 - 16:39
Unsere Antwort auf Rezo
Video starten

„Die Zerstörung der Presse“
Unsere Antwort auf Rezo

Der Youtuber Rezo verbrämt eine persönliche Abrechnung als aufklärerische Medienkritik – und bedient sich dabei genau der manipulativen Techniken, die er zu entlarven vorgibt. Wir antworten ihm in einem Video.

Rezo hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet. Mit seinem Video „Die Zerstörung der Presse“ will er angeblich auf Missstände in der deutschen Medienlandschaft hinweisen, die er als mitverantwortlich für den Glauben an Verschwörungstheorien ansieht. Was unter dem Deckmantel der Aufklärung daherkommt, ist in Wahrheit ein Stück Meinungsmache in eigener Sache, bei dem Rezo ebenjene manipulativen Tricks und Kniffe üppig einsetzt, die er zu entlarven vorgibt.

In dem bis zum 10. Juni gut 2,8 Millionen Mal abgerufenen Video erhebt Rezo schwere Vorwürfe gegen die Medien im Allgemeinen und die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Speziellen. Angeblich seien 66,67 Prozent unserer Beiträge über ihn fehlerhaft; wir würden damit schlechter abschneiden als alle anderen der 36 in diesem Dokument erfassten beziehungsweise 20 näher untersuchten Publikationen. Doch auch einer Reihe von anderen Zeitungen wirft Rezo hohe „Falschbehauptungs-Quoten“ in der Berichterstattung über ihn vor. Zum Beispiel kommt er im Falle der „Welt“ auf einen Prozentsatz von 54,05 Prozent, im Falle der „Süddeutsche Zeitung“ auf 41,67 Prozent.

Grundlage dieses Vorwurfs ist eine Auswertung von im Jahr 2019 erschienen Artikeln über ihn selbst, die im methodischen Ansatz unsinnig und in der Umsetzung tendenziös ist. So wurden von den 186 im Untersuchungszeitraum in F.A.Z.-Produkten erschienenen Texten, die das Wort „Rezo“ enthalten, nur 70 erfasst und 15 untersucht. Von den 10 angeblich fehlerhaften Texten können wir diesen Vorwurf nur in 3 Fällen nachvollziehen, wobei es sich in allen Fällen um marginale Fehler handelt. Diese haben wir inzwischen korrigiert.

Ein Lehrstück in Manipulation und Meinungsmache

Beispielsweise reißt Rezo an vielen Stellen einzelne Sätze aus dem Zusammenhang und stempelt kritische Meinungsäußerungen unserer Autoren als (angeblich unwahre) Tatsachenbehauptungen ab. Es ist somit nicht verwunderlich, dass ausgerechnet diejenige Zeitung, die Rezo und sein CDU-Video 2019 wohl am häufigsten und heftigsten kritisiert hat, die höchste Quote solcher angeblichen „Fehler“ aufweist. Eine ausführliche schriftliche Stellungnahme zu den methodischen Schwächen der Untersuchung sowie den einzelnen Vorwürfen gegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung findet sich an dieser Stelle.

Teile von Rezos allgemeiner Medienkritik halten wir für berechtigt, und wir begrüßen es, wenn unethische oder unsaubere journalistische Methoden kritisch hinterfragt werden, auch wenn wir die an mehreren Stellen im Video erfolgte Gleichsetzung mit den Argumentationsmustern von Verschwörungstheoretikern für maßlos übertrieben und selbst vertrauensschädigend halten. Im Übrigen fällt es schwer, das angeblich noble Ziel des Videos ernst zu nehmen, wenn Rezo selbst manipulativ vorgeht, um eine persönliche Abrechnung als mediale Qualitätsanalyse zu verbrämen und rufschädigende Unwahrheiten zu verbreiten. Dass Medien, die in seinem Video sehr viel besser wegkommen, auf eine kritische Nachprüfung offenbar verzichtet haben und beispielsweise behaupten, es stimme alles, was Rezo sage, und seine Recherchen seien „tadellos“, nehmen wir erstaunt zur Kenntnis.

Das Video und seine Rezeption sind somit tatsächlich ein gelungenes Lehrstück über Mechanismen der Meinungsmache und Manipulation zum eigenen Vorteil – allerdings nicht in dem von Rezo beabsichtigten Sinne.

Wegen der hohen Verbreitung und der Schwere der Vorwürfe, die den Kern unserer journalistischen Arbeit betreffen, wollen wir das Video nicht unkommentiert lassen. Um der Kritik dort entgegenzutreten, wo sie formuliert und rezipiert wurde, haben wir deshalb als Antwort selbst ein Video aufgenommen, das sich mit Rezos zahlreichen Verdrehungen, Manipulationen und Unwahrheiten auseinandersetzt und hier abgerufen werden kann.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Baron van Lijnden, Constantin
Constantin van Lijnden
Redakteur für Frankfurter Allgemeine Einspruch.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.