FAZ plus ArtikelVergiftung Aleksej Nawalnyjs

Wesensprüfung für den Westen

EIN KOMMENTAR Von Berthold Kohler
03.09.2020
, 17:11
Wenn die Regierung Merkel nach der Vergiftung Nawalnyjs an Nord Stream 2 festhält, kann sie sich beim nächsten Mordanschlag auch gleich die Empörung sparen. Putin beeindrucken nur Ge- und Entschlossenheit.

Es ist wahr: Nur die russische Regierung könnte vollständig aufklären, wer Aleksej Nawalnyj mit einem der gefährlichsten chemischen Kampfstoffe vergiftete, die es gibt. „Sehr schwerwiegende Fragen“, von denen die Bundeskanzlerin sprach, als sie den Mordversuch verurteilte, sind jetzt aber nicht nur von Moskau zu beantworten, sondern auch in Berlin und im ganzen Westen. Die ungewöhnlich scharfe Reaktion der Kanzlerin zeigt, dass die Bundesregierung auch in diesem Fall nicht an die Unschuld des Kremls glaubt.

Und selbst in den deutschen Oppositionsparteien, die sonst viel Verständnis für Putin haben, behauptete noch niemand, es sei wohl ein Samowar, aus dem Nawalnyj seinen Tee bekam, versehentlich mit Nowitschok befüllt worden.

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Autorenporträt / Kohler, Berthold
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