FAZ plus Artikel100 Tage Biden im Amt

America is back

EIN KOMMENTAR Von Klaus-Dieter Frankenberger
28.04.2021
, 20:21
100 Tage im Amt: Der amerikanische Präsident Joe Biden vor seiner Rede im Kongress.
In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit hat Joe Biden richtige Akzente gesetzt. Die Überwindung der Corona-Krise hat Vorrang. Doch die Überwindung der Spaltung in Amerika ist eine Aufgabe für Generationen.
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Einige der Vergleiche, die mittlerweile angestellt werden, sind Indizien für die Dimension des Unterfangens: Die Konjunktur-, Klima- und Energiepakete, die Joe Biden in den ersten hundert Tagen seiner Präsidentschaft auf den Weg gebracht hat, sind derart groß, weitreichend und üppig dotiert, dass sich viele an den New Deal der dreißige Jahren des 20. Jahrhunderts erinnert fühlen. Präsident Roosevelt suchte damals einen Weg aus der Großen Depression, gab rückständigen Teilen des Landes einen kräftigen Modernisierungs- und Entwicklungsschub und legte die Grundlagen des Sozialstaats. Sollte Biden nach dem Corona-Rettungspaket auch seinen „American Jobs Plan“ halbwegs ungeschoren durch den Kongress bringen – was unter anderem wegen der Finanzierung über höhere Steuern ungewiss ist –, stünden die Vereinigten Staaten vor einer ähnlich umfassenden Transformation.

Im Schatten des 6. Januar

Endlich würde in Angriff genommen, was schon Bidens Vorgänger hatten anpacken wollen: die in Teilen marode Infrastruktur muss saniert und an die Erfordernisse nachhaltiger Energieerzeugung angepasst werden. Fachleute, auch solche, die sonst wenig Positives in den Ideen „progressiver“ Demokraten entdecken, erwarten eine schnelle wirtschaftliche Erholung und verkünden bereits das Ende der „großen Stagnation“.

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