FAZ plus ArtikelCorona-Lage in Amerika

Hilflos an Thanksgiving

Von Frauke Steffens, New York
20.11.2020
, 22:13
Mehr als 180.000 neue Infektionen an einem einzigen Tag: In vielen Teilen der Vereinigten Staaten hat der Pandemie-Winter begonnen. Die Zahl der Toten steigt. Und die der Armen.

Zu Hause bleiben, die Familie nicht sehen, auf keinen Fall verreisen: Nachdem sie lange keine Pressekonferenzen abgehalten hatte, meldete sich die Coronavirus-Taskforce der Trump-Regierung mit einem deutlichen Appell zu Thanksgiving zurück. Für viele Amerikaner ist der Feiertag am kommenden Donnerstag mindestens so wichtig wie Weihnachten – doch diesmal sollten sie das Festessen ausfallen lassen, so die Fachleute. Der deutliche Aufruf ist immer noch nötig, weil viele Menschen ähnlich weiter leben wie vor der Pandemie. Präsident Trump bestärkt sie darin.

Die Zahlen zeigen, dass die amerikanischen Behörden den Kampf gegen das Virus vielerorts verlieren. Am Donnerstag wurden 182.000 neue Fälle nachgewiesen – ein neuer Tagesrekord. Rund 250.000 Amerikaner sind bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl liegt deutlich über früheren Prognosen – neue Vorhersagen wie die der University of Washington in Seattle gehen von fast einer halben Million Toten bis zum Frühjahr 2021 aus. Bilder aus El Paso in Texas zeigten diese Woche Behelfs-Leichenhallen und überfüllten Notambulanzen. In der Stadt New York schlossen die Schulen wieder. In Kalifornien verhängte der Gouverneur für die Mehrheit der Verwaltungsbezirke eine weitgehende Ausgangssperre nach zehn Uhr abends.

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