FAZ plus ArtikelAusbau des Sozialstaats

Die Versöhnung, die Joe Biden meint

EIN KOMMENTAR Von Andreas Ross
29.04.2021
, 11:51
Große Pläne: Joe Biden am Mittwoch im Kongress
Joe Biden, nur ein Mann des Übergangs? Von wegen: Er möchte als Sechs-Billionen-Dollar-Mann in die Geschichte eingehen. Sein Einsatz ist denkbar hoch – und seine Rechnung muss nicht aufgehen.
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Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist für fast alle Länder und für sehr viele Regierungen eine Schicksalsaufgabe. Für Joe Biden aber geht es um noch mehr als um die Rückkehr zu einem angstfreien Alltag und zu Wohlstand in seinem Land. Mit schnellen Impferfolgen und einer raschen wirtschaftlichen Erholung will der amerikanische Präsident den Beweis erbringen, dass der Staat funktioniert. Er will erreichen, dass mehr Amerikaner aus beiden politischen Lagern „Washington“ nicht mehr für die Ursache, sondern für die Lösung auch anderer Missstände halten.

So will Biden den Nährboden schaffen, um die Vereinigten Staaten von Grund auf zu verändern: durch Billionen-Investitionen in Bildung und in den Sozialstaat, wie sie sich seit Jahrzehnten kein Präsident mehr vorzunehmen traute. Da geht es um frühkindliche Bildung für Alle und um häusliche Pflege; um bezahlte Elternzeiten und kostenlose Weiterbildung; um Klimawende, Breitbandausbau und Industrieförderung. Die Pläne summieren sich auf 4,1 Billionen Dollar, zusätzlich zu den 2,3 Billionen an Corona-Nothilfen, die zum Teil verstetigt werden sollen. Joe Biden will als Sechs-Billionen-Dollar Mann in die amerikanische Geschichte eingehen.

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Autorenporträt / Ross, Andreas
Andreas Ross
Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.
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