FAZ plus ArtikelSturm auf das Kapitol

Staatsstreich à la Trump

Von Berthold Kohler
10.01.2021
, 17:31
Es war ein Angriff auf die Demokratie: Der abgewählte Präsident schickte seine Truppen, um an der Macht zu bleiben.

Man schreckt davor zurück, den Sturm auf das Kapitol einen Putschversuch zu nennen. Amerika ist das Land, in dem man sich einen Staatsstreich am wenigsten vorstellen konnte und am wenigsten vorstellen wollte. Der Name Washington stand, jedenfalls bis zum Amtsantritt Trumps, für politische Ordnung und Stabilität. Die „Zitadelle der Freiheit“ sah sich selbst stets als Vorbild für die ganze Welt. Wenn eine gewaltsame Übernahme der politischen Macht gegen den Willen des Volkes im Mutterland der modernen Demokratie möglich wäre – wo sollte sie dann unmöglich sein?

Im Falle Amerikas, der militärischen Supermacht, kommt der nukleare Albtraum hinzu: Der oberste Befehlshaber kann das atomare Armageddon auslösen. Man will sich nicht vorstellen, dass ein Putschist oder auch nur ein außer Rand und Band geratener Präsident jederzeit auf den roten Knopf drücken könnte. Diese Möglichkeit hat in jüngster Zeit nicht nur Nancy Pelosi den Angstschweiß auf die Stirn getrieben.

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Autorenporträt / Kohler, Berthold
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