FAZ plus ArtikelTrumps radikale Basis

Extremistisch, esoterisch und gewaltbereit

Von Majid Sattar, Washington
19.01.2021
, 09:31
Neue Umfragen zeigen: 64 Prozent der Republikaner unterstützen weiterhin Donald Trump – trotz der Erstürmung des Kapitols. Über die Hälfte wünscht sich eine zweite Amtszeit. Wie konnte sich die Trump-Basis derart radikalisieren?

Donald Trump wird das Weiße Haus mit den schlechtesten Zustimmungswerten seiner Amtszeit verlassen. Nur noch 29 Prozent der Amerikaner sind nach einer Umfrage des „Pew Research Center“ zufrieden mit seiner Arbeit. 75 Prozent weisen ihm zumindest eine Mitverantwortung für die Gewalt am 6. Januar in Washington zu. Erhebungen unterschiedlicher Institute deuten in die gleiche Richtung. Die Zahlen haben aber eine Kehrseite: 64 Prozent der Republikaner unterstützen das Verhalten des scheidenden Präsidenten trotz der Erstürmung des Kapitols durch den extremistischen Teil seiner Anhängerschaft. 57 Prozent der Republikaner, so eine Axios/Ipsos-Umfrage, wünschen sich zudem, dass Trump 2024 abermals für eine zweite Amtszeit kandidiert.

Die Republikanische Partei ist mehrfach gespalten: Es gibt diejenigen, die sich in ihrer Skepsis Trump gegenüber bestätigt fühlen oder bereuen, ihn lange Zeit verharmlost zu haben. Es gibt diejenigen, welche die Gewalt verurteilen, Trump aber mit der Begründung in Schutz nehmen, dass hitzige Rhetorik noch lange keine Anstiftung zum Aufruhr sei. Und schließlich gibt es den harten Kern, der selbst wiederum ein Spektrum darstellt. Dieses reicht von Entlastung – die Wut des Volkes sei nun einmal eine Folge des massiven Wahlbetrugs – bis zur Akzeptanz politischer Gewalt: „Was zum Teufel glaubt ihr denn, worum es in der Amerikanischen Revolution ging?“ So äußerte sich ein Kommunalpolitiker aus Oklahoma laut „New York Times“ auf seiner Facebook-Seite kurz vor dem Sturm auf das Kapitol.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sattar, Majid (sat.)
Majid Sattar
Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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