FAZ plus ArtikelGewalt im Kapitol

Wer öffnete die Seitentüren?

Von Majid Sattar, Washington
12.01.2021
, 21:41
Amerikas Sicherheitsbehörden bereiten sich schon auf die nächsten gewaltsamen Proteste von Trump-Anhängern vor. Doch nach dem Sturm auf das Kapitol stellt sich die Frage: Gab es Helfer im Inneren?

Man hätte es kommen sehen können, wenn auch in Zeitlupe. Als im April Milizen das Kapitol in Lansing, der kleinen Hauptstadt des Bundesstaates Michigan, stürmten, kam es zwar nicht zu Gewaltszenen. Auch machten die schwer bewaffneten Angreifer vor dem Eingang zum Repräsentantenhaus Halt und verlangten Zutritt, der ihnen nicht gewährt wurde. Doch sie skandierten „Liberate Michigan!“ und setzten mit ihrer Machtdemonstration klar darauf, Abgeordnete einzuschüchtern.

Anlass für den seinerzeitigen Angriff, für den sie von Donald Trump Lob erfuhren, waren die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen. Wie nach dem 3. November rechtfertigte der Präsident, der seine Anhänger zuvor aufgepeitscht hatte, deren Vorgehen lapidar mit dem Hinweis: Die Leute seien eben wütend. Später vereitelte das FBI einen terroristischen Angriff, der aus dem Kreis der Milizionäre geplant worden war: Die demokratische Gouverneurin Gretchen Whitmer sollte entführt und Abgeordnete als Geiseln genommen werden.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sattar, Majid (sat.)
Majid Sattar
Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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