FAZ plus ArtikelTrumps Herausforderer

Ein Empathiebündel namens Joe Biden

Von Andreas Ross
26.10.2020
, 06:32
Es gab eine Zeit, da kam Joe Biden als Präsident nicht in Frage. Er tritt in Fettnäpfchen, biegt sich die Wahrheit zurecht und weist wenige Erfolge auf. Trump aber hat die Grenzen verschoben – und seinem Herausforderer den Weg geebnet. Ein Porträt.

Es läuft gut für Joe Biden. In den vergangenen Wochen ist nach den Umfragen die Wahrscheinlichkeit noch gewachsen, dass der Demokrat Donald Trump besiegt. Auf etwa sechs zu eins beziffern seriöse Meinungsforscher die Chance, dass Joseph Robinette Biden junior Präsident der Vereinigten Staaten wird. An ihm läge es dann, das Land aus der Corona-Krise zu führen. Sein Versagen wäre es, wenn die Wirtschaft nicht schnell aus ihrem Lockdown-Loch käme. Biden würde zu Nato-Gipfeln fliegen, mit Wladimir Putin über Atomwaffen verhandeln und bestimmen, wie robust Amerika China entgegentritt. Ein Offizier mit den Nuklearcodes im Koffer bliebe Tag und Nacht in seiner Nähe. Eine Riesensache, eigentlich. Aber kaum einer redet davon.

Anderthalb Wochen vor der Wahl stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Was, wenn die Umfragen schon wieder in die Irre führen? Und wenn nicht: Würde der Amtsinhaber eine Niederlage überhaupt akzeptieren? Oder könnte er sich im Weißen Haus verbarrikadieren? So dreht sich die Diskussion nicht um den Mann, der die mit Abstand besten Chancen hat, Amerika zu regieren. Sie dreht sich wieder und wieder um Trump. Bidens Rolle in diesem Drama ist eng definiert. Er ist der Mann, der nicht Trump ist.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Ross, Andreas
Andreas Ross
Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.
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