FAZ plus ArtikelVerschwörungstheorien

Die dunklen Schatten des Donald Trump

Von Frauke Steffens, New York
02.09.2020
, 15:17
Der amerikanische Präsident Donald Trump mit seiner Frau Melania am vierten Tag des Parteikonvents vor dem Weißen Haus in Washington
Ein Flugzeug voller Antifa-Gangster in schwarzen Uniformen? Der amerikanische Präsident verbreitet eine neue Verschwörungstheorie. Er hat viel Erfahrung damit.
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Nach knapp einer Viertelstunde sah sich selbst Laura Ingraham gezwungen, noch einmal beim Präsidenten nachzuhaken. Bis dahin hatte die Star-Moderatorin des Senders Fox News Donald Trump wie üblich die Bälle zugespielt, als wäre sie seine Wahlkampfhelferin und nicht Journalistin: Ob man Joe Biden trauen könne; ob der Demokrat vielleicht Panik habe, weil Trump für Recht und Ordnung stehe; ob die Demokraten nicht „ihre eigene Art“ hätten, zu Gewalt anzustiften. Mit seinem Satz, Biden habe nichts selbst unter Kontrolle, provozierte Trump in dem Interview vom Montag dann aber eine erste Rückfrage: „Wer zieht an Bidens Strippen?“, fragte Ingraham und bot gleich eine Antwort an: „Ehemalige Obama-Mitarbeiter?“

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Trump aber antwortete: „Leute, von denen Sie nie gehört haben, Menschen aus dem dunklen Schatten.“ Wieder hakte die Moderatorin nach: „Was soll das bedeuten? ,Dunkle Schatten', das klingt nach Verschwörungstheorie...“ Nun war Trump nicht mehr zu halten. Es gehe um Leute, „die die Straßen kontrollieren“. Und: Es habe Pläne für einen Angriff auf den Parteitag der Republikaner gegeben. Jemand aus Trumps Umfeld sei „in einer gewissen Stadt“ in ein Flugzeug gestiegen, offenbar unterwegs zum Parteitag, der vorige Woche wegen Corona in deutlich abgespeckter Form in Charlotte stattfand. „Und das Flugzeug war fast komplett besetzt mit Schlägern, die diese dunklen Uniformen trugen, schwarze Uniformen, mit Ausrüstung und diesem und jenem.“ Mehr könne er zur Zeit nicht sagen, da eine Untersuchung im Gang sei. Nun beeilte sich Ingraham doch, das Thema zu wechseln.

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