FAZ plus ArtikelRussland und Amerika

Für Putin wäre Biden eine Bedrohung

Von Pawlo Klimkin und Andreas Umland
22.10.2020
, 18:43
Schon damals nicht entspannt: Der frühere amerikanische Vizepräsident Joe Biden (li.) und Russlands Präsident Wladimir Putin 2011 in Moskau.
Für Wladimir Putin wäre ein Wahlsieg Bidens gefährlich. Mit Sicherheit entwirft Moskau darum Szenarien, wie es Amerika in diesem Fall destabilisieren könnte. Den Einfallsreichtum Moskaus hat der Westen schon oft unterschätzt. Ein Gastbeitrag.
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In den vergangenen 15 Jahren hat der Kreml mit den Nachbarn Russlands, aber auch mit dem Westen ein Hase-und-Igel-Rennen gespielt, wie man es aus dem norddeutschen Märchen kennt. Im Wettlauf, von dem es erzählt, läuft der Igel nur ein paar Schritte, aber am Ende der Furche hat er seine Frau plaziert, die ihm ähnlich sieht. Als der siegessichere Hase anstürmt, erhebt sich die Igelfrau und ruft: „Ick bün all hier!“ Der Hase versteht die Niederlage nicht, tritt zu 73 weiteren Läufen an und stirbt im 74. an Erschöpfung.

Seit Russlands antiwestlicher Wende 2005 beschäftigen sich Fachleute damit, die nächste Offensive Moskaus vorherzusagen. Doch in den meisten Fällen hatte der russische „Igel“ sein Ziel schon erreicht, als sie ihre Analysen vorlegten. So war es bei Russlands Invasion in Georgien 2008, bei den „grünen Männchen“ auf der ukrainischen Krim 2014, bei den Hackerangriffen im Deutschen Bundestag 2015, bei den Bombern über Syrien, bei den Cyber-Kriegern in den amerikanischen Wahlen 2016 oder beim Chemiewaffenanschlag im englischen Salisbury 2018.

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