FAZ plus ArtikelBoris Johnson als Autor

Hauptsache witzig

Von Reinhard Müller
Aktualisiert am 14.12.2019
 - 21:14
Gerne als Alleinunterhalter im Mittelpunkt: Umjubelter Wahlsieger Boris Johnson in 10 Downing Street.
Fakten spielten für Boris Johnson nie eine wesentliche Rolle. Auch nicht in seiner Zeit als Buchautor und Journalist.

Stellen wir uns vor, Gerhard Schröder hätte als Ministerpräsident eine Ebert-Biographie geschrieben – oder Helmut Kohl eine über Wilhelm II. Die Vergleiche mit Boris Johnson passen nicht recht, denn Johnson kann schreiben, exzellent, witzig. Und einen Churchill gab es in Deutschland auch nicht. Über den hatte der nun frisch gebackene Wahlsieger Johnson noch als Londoner Bürgermeister ein Buch geschrieben. Untertitel: „Wie ein Mann Geschichte machte“.

Darin wird der britische Kriegspremier verherrlicht; seine Absicht sei gewesen, so der Autor im Vorwort, den Helden vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei sei er heute noch von Bedeutung, denn „er rettete unsere Zivilisation“. Und nur er allein habe das gekonnt. Er selbst, seine Generation, so Johnson, sei dagegen noch mit dem Bewusstsein von Churchills Größe aufgewachsen. So habe er natürlich früh gewusst, dass Churchill schon als junger Mann außergewöhnlich tapfer gewesen sei, Männer mit seinen eigenen Händen getötet habe, dass auf ihn auf vier Kontinenten geschossen wurde.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Müller, Reinhard
Reinhard Müller
Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.
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